Kurz und gut

Veröffentlicht in Kultur mit Tags , , , am Dezember 14, 2009 von tobikult

Ich war schon als Kind ein Freund von Kurzgeschichten, kompakt gehaltenen Gedichten und einzeiligen Sinnversen. Mit dem uneingeschränkten Zugang zum Kino konnte ich mir endlich Literatur erschließen, die ich niemals lesend geschafft hätte. Irgendwann habe ich aber aufgehört zu überprüfen, ob es überhaupt eine literarische Quelle für die gesehenen Filme gab. Es wurde dann eher allgemeine Mode, „das Buch zum Film“ zu produzieren (völlige Papierverschwendung, wenn ihr mich fragt).

Beizeiten will man sich aber nicht 110 oder mehr Minuten vor eine Leinwand setzen, um festzustellen, dass die Geschichte nicht dem eigenen Gusto entspricht. Das Internet bietet auch hier eine wunderbare Abhilfe, die auf dem Weg ist, zur eigenen Kunstform zu avancieren:

Der 5 Sekunden Plot!

Mein absoluter Liebling ist dieser hier:

Der ist aber auch nicht schlecht (immerhin spart er über 666 Minuten Zeit) :

Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr

Veröffentlicht in Kultur mit Tags , , , , , , , , , am Dezember 14, 2009 von tobikult

Mir klingeln immer noch die Ohren und die Netzhaut ist für immer gebranntmarkt. Wer hätte auch gedacht, dass die Neuauflage von Zum blauen Bock derart brezelt?
Die Selbsthilfegruppe Rammstein war nach Stuttgart gekommen und begleitete musikalisch die Wanderausstellung „Wir Glühbirnen müssen zusammenhalten„.

Die CombiChristen irritierten als Vorgruppe die Fangemeinde gehörig. Rammstein hat mit dieser Wahl der Einheizer ein deutliches Zeichen in Richtung EBM gesetzt, ich bezweifle jedoch, dass die Masse an Zuschauern damit was anfangen konnte. Das Volk der Rammstein-Hörer ist sowas von heterogen, das gab es nur noch so bei Auftritten von Joan Baez (die bestimmt nie auf ein Rammstein-Konzert gehen würde). Da vom Mephisto-Rentner über die brave Sachbearbeiterin von der Ortskrankenkasse bis hin zum Metalhead alle vertreten waren, erfüllte dieses Musikangebot die Vorgaben, um als Volksmusik durchzugehen. Die Apotheken-Umschau, das Sprachrohr der tolerierten Drogendealer, empfiehlt für die Wintermonate, auch künstliche Lichtquellen als Sonnenersatz zu nutzen. Die Rammstein-Tour hätte locker die Kassenzulassung geschafft, so gründlich wurden wir bestrahlt. Vielleicht wurden wir auch nur vor den Ich-Will-Zeilen „Wir wollen, dass ihr uns vertraut, wir wollen, dass ihr uns alles glaubt“ von Aliens auf der Bühne geblitztdingst.

Es bleibt festzuhalten, dass Rammstein hören nicht ausreicht, es will gesehen werden. Sie sind nicht nur die „Diener eurer Ohren“, sondern auch eurer Augen! Mehr kann man zu Musik live nicht zeigen. Im Gegensatz zur Versagerbande der Rammstein-Community, die glaubten, sie könnten den Online-Kartenverkauf neu erfinden und sich so im Einklang mit den talentfreien Organisatoren der Schleyerhalle fanden, passte bei der Bühnen- und Technik-Crew einfach alles (ok, sonst wären vielleicht Menschen in Flammen aufgegangen, das motiviert natürlich). Das war bestimmt nicht mein letztes Rammstein-Konzert.

Hier noch für alle die Erinnerung, mit wie wenig Schlaf das Karten-Kauf-Wochenende auskommen musste:

[Posted with iBlogger from my iPhone]

Das Obama-Prinzip

Veröffentlicht in allgemein mit Tags , , , , am Dezember 10, 2009 von tobikult

Heute bekommt die personifizierte Hoffnung der Welt seine Auszeichnung. Der Friedensnobelpreis wird bekanntlich  seit 1901 an diejenigen verliehen, die „am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ haben (Quelle: Wikipedia).
Da wäre mir auch kein anderer Kandidat eingefallen als der aktuelle amerikanische Präsident. Wenn der Erfinder des Dynamits das miterleben könnte, er würde die eine oder andere Stange mit brennender Lunte spendieren. Auch beim Dynamit hofft man in Anbetracht der glimmenden Zündschnur auf den erlösenden Knall.

Das Hoffen auf Erlösung, das Gute oder auch nur auf bescheidenen Erfolg, hat sich zum globalen Prinzip der öffentlichen Belobigung gemausert. Da wird nicht nur vorab Barack Hussein Obama ausgezeichnet. Auch die selbstbezeichnete Leistungselite belohnt sich regelmäßig für wirtschaftliche Ergebnisse, die sich in ferner Zukunft noch ergeben sollen und begackert publikumswirksam jedes gelegte Ei.

Ähnlich verhält es sich beizeiten mit der Förderung und Auszeichnung von Wissenschaftlern. Die medizinische Forschung einzelner Koryphäen wird z.B. mit aberwitzigen Summen ermöglicht und die Forscher teilen der Welt unumwunden mit, dass frühstens in dreißig Jahren festzustellen sei, ob die neue Therapieform einen Vorteil gegenüber altebekannten Verfahren leisten wird. Applaudiert und ausgezeichnet wird aber bereits jetzt schon.

Fragen der Nachhaltigkeit, des aufgewendeten Mutes und individuellen Einsatzes scheinen keine Prüfkriterien für Preisverleihungen mehr zu sein. Wir sollten konsequenterweise die goldenen Uhren bereits im ersten Berufspraktikum verteilen (dann kommen die Burschen vielleicht mal pünktlich!) und die Tapferkeitsmedaillen für Überlebende des Wehr- und Zivildienstes ausloben. Vorschläge zur Angleichung weiterer Auszeichnungen an das Obama-Prinzip werden, vorab dankend, entgegengenommen.

Sportliche Randgruppe

Veröffentlicht in allgemein mit Tags , , , , am Dezember 9, 2009 von tobikult

…kommt mir irgendwie bekannt vor:

Gefunden habe ich dieses Meisterwerk der Distanzierung vom Selbst in einem Blog, der sich ausschließlich mit der Frage beschäftigt:

Was machen eigentlich Gothics, wenn die Sonne scheint?

Antworten mit Bildbelegen finden sich hier: http://www.gothsinhotweather.com/

Blinde geben Gas!

Veröffentlicht in allgemein mit Tags , , , , am Dezember 1, 2009 von tobikult

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, im Volksmund auch als Antidiskrimminierungsgesetz bekannt, legt mit seinen Ausführungen die Basis für die Abschaffung von Benachteiligungen aus Gründen z.B. des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

Die praktische Umsetzung kommt zum Teil nur schleppend voran. Vorbildlich wurde die Gleichbehandlung bei der jüngst in Betrieb genommenen Automaten zur Parkraumbewirtschaftung am Universitätsklinikum Heidelberg realisiert.

Endlich können auch blinde Autofahrer ungehindert ein- und ausparken!

Diese Automaten stehen in der Tradition von Claude E. Shannon’s Erfindungen:

Erinnerungen an den Sommer

Veröffentlicht in allgemein mit Tags , , , , am November 30, 2009 von tobikult

Heute ist es gar nicht erst hell geworden. Der Herbst macht ernst und es fällt schwer, das Haus freiwillig zu verlassen. Da ist es eine gute Gelegenheit, sich warme Gedanken zu machen und die Erinnerungen an den Sommer lebendig werden zu lassen.

Für viele Menschen ist der Sommer fest mit dem Campingurlaub verknüpft. Hier also mein Beitrag für eure Sommergefühle Ende November:

Merksatz:
Camping ist, wenn man seine eigene Verwahrlosung als Erholung empfindet.

Advent in Zeiten der Pandemie

Veröffentlicht in allgemein mit Tags , , am November 29, 2009 von tobikult

When the drugs don’t work, try chocolate!

Kenn dein Limit.

Veröffentlicht in allgemein mit Tags , , , , , am November 25, 2009 von tobikult

Seit Jahren freue ich mich über Gelegenheiten, meine persönlichen Grenzen zu entdecken und mich so mit mir selbst besser bekannt zu machen.

Manchmal ist der Mut, Selbsterfahrungen am persönlichen Limit zu provozieren, in der Gemeinschaft größer. Einige Dinge sollte man jedoch tunlichst ohne Publikum über und mit sich selbst herausfinden. Leider weiß man das oftmals erst hinterher.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat sich eines klassischen Grenzerfahrungsthemas angenommen und eine Aktionswoche ausgerufen. Den Termin habe ich leider verpasst und das Plakat fand ich erst heute in der Kantine des dkfz. Ich treffe aber immer wieder auf Menschen, die wohl durch diese Initiative motiviert wurden, ihr persönliches Limit in dieser Frage zu suchen, hierfür aber eine Woche als deutlich zu kurz bemessen einschätzen. Das Programm läuft bundesweit also noch und Quereinsteiger, z.B. aus anderen Aktionswochen, sind herzlich willkommen.

Die bisherige Aktion kann als ein „voller“ Erfolg gewertet werden und soll nun mehrmals im Jahr durchgeführt werden:


Vor ein paar Wochen besuchte ich einen weiteren Standort unserer Spitzenforscher der Helmholtz-Gemeinschaft im Kampf gegen den Krebs. Vor der Tür stand das Zeugnis einer weiteren Aktionswoche (hoffentlich nicht nur eines Aktionstages), die von den Initiatoren bestimmt auch als Erfolg verbucht wird (herzliche Grüße an die Kontrollgruppe):

Wenn schon Titanic, dann 1. Klasse!

Veröffentlicht in allgemein mit Tags , , , , , , , , am November 24, 2009 von tobikult

Viele ängstliche Zeitgenossen sehen stets den Untergang des Abendlandes voraus, wenn eine neue Ausgabe des Satire-Magazins Titanic erscheint. Mein Deutsch-LK-Lehrer (den alleine die ganzen Bindestriche in meinen Texten wahnsinnig gemacht hätten) wusste es besser und lehrte der Klasse „Satire darf alles und bewirkt nichts.“ Mit dieser erweiterten Tucholsky-These ausgestattet, besuchten wir am Wochenende die Ausstellung „Titanic, das Erstbeste aus 30 Jahren“ im Caricatura Museum Frankfurt.

Neben rührenden Dokumentationen, z.B. zur Fußball-WM 2006 oder über DIE PARTEI, ist die Orginal Barschel-Engholm-Wanne ein Höhepunkt dieser Werkschau. Probeliegen ausdrücklich erwünscht! Außer uns vier Spinnern hat sich aber in der Zeit unseres Besuchs niemand getraut, vom Betrachter zum Aktionskünstler zu werden, um diese historische Handlung im Selbstversuch nachzuvollziehen.

Für 5 EUR Eintritt bekommt man in diesen Tagen in Frankfurt eine kurzweilige, humoröse Perspektive auf die letzten 30 Jahre angeboten, die eines deutlich zeigt: Unser Schiff wäre in Trostlosigkeit versunken, hätten wir uns nicht den Bundeskohl geleistet!

Döner macht schöner!

Veröffentlicht in Essen und Trinken, allgemein mit Tags , , , am November 23, 2009 von tobikult

Beim Besuch meiner liebsten Schönheitsfarm wählte ich die Kurpackung Dürüm Döner. Dieses Produkt pflegt von innen und ist nachhaltig in der schönheitssteigernden Wirkung. Um die Wartezeit während der Zubereitung zu versüßen, wurde mir das international bedeutende Fachorgan der Körperkult-Experten DÖNERCI gereicht. Selbst die Mutti der Nation, so weiss die Fachwelt, schwört auf die fantastische Wirkung und macht Döner für Deutschland zur Chefsache. Der aufgeklärte Bürger ist sich schon lange bewußt: Der Döner isst schon immer politisch! Die anstehende Eingliederung aller Dönerbuden in die EU kann nur ein symbolischer Schritt im Kampf gegen den amerikanischen Fast-Food Imperialismus sein!

Die Opposition hingegen, so berichtet das Magazin in seiner Online-Ausgabe, versteht sich lediglich als Endverbraucher ohne gestalterischen Willen. Was weg isst, ist weg und wahre Schönheit kommt bekanntlich von innen.