Gothic Friday im Winter

Veröffentlicht in allgemein mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , am 12. Januar 2012 von tobikult

Der letzte Gothic Friday? Da will ich mit dabei sein und dieser unterhaltsamen Serie von spontis.de „Lebewohl“ sagen! In der Winterausgabe geht es um die Frage, welche gruftigen Orte und Treffpunkte die Stadt bereithält, in der ich lebe.

Ich wage also mal eine Bestandsaufnahme für die Stadt Heidelberg:

Mit seiner Altstadt, der Schlossruine und seinem Bergfriedhof bietet diese Stadt bereits ohne weiteres Eventmanagement ein Ambiente, das einem Leben in Schwarz förderlich erscheint. Als beliebtes Ausflugsziel für Gruftis kann zudem der Heiligenberg gelten. Heidenloch, Thingstätte und Klosterruine mitten im Wald und mit herrlichem Ausblick auf Stadt und Fluss – hier bekommt die Fantasie Flügel und die Kalkleiste ausreichend frische Luft.

Schwarzkompatible Massenevents:

Einmal im Jahr feiern nicht nur Mittelalterfans, Junghexen und Gruftis auf der Thingstätte die Walpurgisnacht. Mittlerweile pilgern an die 10.000 Menschen in der Nacht zm 1. Mai auf den Berg um gemeinsam zu feiern.

Eine gern von Gruftis besuchte Tanzveranstaltung ist der Ball der Vampire. Auch hier mischen sich die Schwarzen mit dem gemeinen Volk und feiern ein rauschendes Fest.

Diskos und Tanzveranstaltungen:

Viele Jahre war der Gothic Wednesday im Schwimmbad Musik Club eine feste Größe im kulturellen Miteinander der Gruftis in Heidelberg. Auf drei Etagen wurde hier alles gespielt, was irgendwie für schwarze Seelen tanzbar erschien (für Facebook-Mitglieder gibt es hier ein paar tolle Bilder aus der guten alten Zeit 1997-1998).

Das Besondere an diesem Club war zudem seine Kleinkunstbühne, die es jungen Künstlern ermöglichte, einem geneigten Publikum die eigenen Werke live zu präsentieren. Für 4 EUR Eintritt ist das Risiko hierbei bis heute angenehm niedrig, eine Totalbeleidigung für Ohren und Augen zu erleben. Das Management bewies immer wieder einen guten Riecher bei der Verpflichtung der Künstler (als legendär dürfte der Auftritt von Nirvana im Jahr 1989 gelten, bevor die auch nur annähernd populär waren). Da waren zum Beispiel Auftritte von Birthday Massacre, Terminal Choice und anderer No-Name-Bands in den letzten Jahren, die mehr oder weniger Genuss boten.
:razz:

Auch die Depeche-Mode-Parties im Schwimmbad Musik Club gehörten zu meinem Studentenleben einfach dazu. Damals zeichnete sich DJ Jochen noch dadurch aus, dass er es nur selten aushielt, einen Song bis zum Ende zu spielen, was ich ja total gut leiden kann…

:evil:

Heute freue ich mich stets, wenn ich ihn am Mischpult sehe, ist er doch ein Garant für eine Musikauswahl quer durch die letzten Jahrzehnte.

Die genannten Parties gibt es nicht mehr. Heute lädt der Club gelegentlich zum Schwarzen Schwimmbad ein und hat seit ein paar Monaten auch einen GOTHIC FRIDAY im Programm. Der Feitags-Event ist aber eher der Versuch, den Metallern und Rockern ein paar gut- und schwarzgekleidete Studis beizumischen, die dann und wann aus dem Keller krabbeln, um frische Luft zu schnappen.

Keine Schwarze Disko, aber ein Ort subkulturellen Treibens ist die Villa Nachttanz, die ich hier noch erwähnen will. Als 1999 das Autonome Zentrum in der alten Glockengießerei einem schnöden Neubauprojekt weichen musste, ging auch ein Treffpunkt für die Schwarze Szene in Heidelberg verloren. Mit der Villa Nachttanz gibt es wenigstens wieder ein festes Domizil für Jugendkultur und autonome Aktivitäten in der Stadt.

Einkaufen:
In Heidelberg gab es stets nur wenige Geschäfte, die Mode abseits der Massenware oder gar exklusiv für die Schwarze Szene anboten.  Eine Institution war das Tamaris in der Unteren Straße 2, der kompetente Dealer für Docs, Pikes und Undergrounds. Ein Hauch von Camden Town lag in der Luft und die Musik hielt Touristen fern. Im Ladenlokal gegenüber gaben sich in den 2000er-Jahren Shops für die Szene im Monatstakt die Klinke in die Hand. Vor ein paar Jahren versuchte es als letztes mir bekanntes Exemplar das Obscure, Schwarze Mode an die Laufkundschaft zu veräußern. Aber das ist Geschichte, keiner der Läden existiert heute mehr. Heute fahren alle nach Karlsruhe zum Shoppen… oder nähen doch endlich alle selbst?
:wink:

Tod in St. Gallen – Stiftsbibliothek

Veröffentlicht in allgemein, Dunkle schöne Welt mit den Tags , , , , , , , , , , am 20. Dezember 2011 von tobikult

Gegen Ende meines reiseintensiven Jahres habe ich mich in St. Gallen auf die Spuren des Todes begeben. Bei leichtem Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt, kam mir eine Indoor-Variante meiner Ausflugsziele sehr gelegen.

In der Stiftsbibliothek , die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, finden sich nicht nur ein beachtlicher Buchbestand, der neben dem ältesten deutschsprachigen Buch Abrogans auch die bedeutende Nibelungenhandschrift B aus dem Jahre 1260 beinhaltet.

Vielmehr kann dieser Ort als ein Mahnmal gegen Kulturgüterraub angesehen werden. Opfer und Täter wohnen hier gut sichtbar unter einem Dach. Von den Zürchern wurde im Zuge des Toggenburgkriegs 1712 der St. Galler Globus geklaut und bis heute nicht zurückgegeben. Als „Wiedergutmachung“ ließen die Züricher 2006 eine Kopie anfertigen und in St. Gallen aufstellen, behielten aber das Original. In Sichtweite der billigen Kopie des Erdenballs liegt die ägyptische Mumie Schepenese. Zusammen mit ihren Sarkophagen „ruht“ sie seit 1836 unter dem üppig ausgestalteten und bebilderten Himmel des Bibliothekssaals. An Rückgabe der Mumie an ein ägyptisches Museum wurde anscheinend bisher noch nicht gedacht.

Im Untergeschoss befindet sich ein Lapidarium. Eine gefällige Sammlung steingewordener Architekturgeschichte, von der Römerzeit bis zur Bunkertorästhetik der Moderne, lässt sich hier erkunden.

Time Warp

Veröffentlicht in allgemein, Musikalische Früherziehung mit den Tags , , , , am 19. Dezember 2011 von tobikult

Kinders, wie die Zeit vergeht.

Gestern:

Heute:

Leihen, nicht schenken!

Veröffentlicht in allgemein mit den Tags , , , am 18. Dezember 2011 von tobikult

In diesen Tagen werden wieder so viele Geschenke ausgetauscht, dass man schnell den Überblick verlieren kann.

Wer braucht was?

Wer hat schon alles?

Eine bessere Idee scheint mir die Möglichkeit, zu verleihen was man gerade nicht selber nutzt. Zum Beispiel im Zuge der Ermöglichung von Mikrokrediten, wie das auch bei Kiva der Fall ist.

Und damit wir nicht das Gefühl haben, dass sich das nicht genug entwickele, wir einer sozialromantischen Nischenidee nachgingen, hier eine gefällige Visualisierung der Entwicklung dieser Aktivitäten, die Dir sagt: Du bist nicht allein!

Schwarzsehen

Veröffentlicht in allgemein mit den Tags , , , , , , am 29. November 2011 von tobikult

In der letzten Zeit sind mir einige Clips untergekommen, die ich Euch auf keinem Fall vorenthalten will.

Hier sind sie, die Bewegtbilder rund um die Schwarze Szene, jetzt auch in Farbe und bunt.

Der Bildungskanal: Grufties und die Liebe

Kein Fernsehen ohne Werbung:

Und dann wäre da noch das Mitmach-Programm von und für die lieben Kleinen.
Da erübrigt sich wohl das „Klein-Schwarz-Böse“ Shirt:

Schwarzer Engel

Veröffentlicht in allgemein, Essen und Trinken mit den Tags , , , , , , , , , , , , am 27. November 2011 von tobikult

Für Banker und deren Speichellecker ist es ein Leichtes in St. Gallen auszugehen. Jedes Café gibt sich hier als hippe Lounge oder gleich als Club. Etablissements, denen dies partout nicht gelingen will, setzen auf folkloristisches Ambiente, inklusive Kitschfalle für Touristen.

Wohin also mit seinem Selbstausgrenzungsdrang und dem Wunsch, randgruppenfreundlich auszugehen?

Hier bietet die Genossenschaft „Schwarzer Engel“ eine Bar, ein Restaurant, eine Kleinkunstbühne und ein 1-Zimmer-Hotel unter einem Dach an.

Was sich nach Einbruch der Dunkelheit auf der Engelgasse und im Lokal als aufmüpfig-lauter schwarzbunter Treffpunkt und als Schwesterlokal zur Heidelberger Sonderbar präsentiert, hat auch bei Tageslicht geöffnet und ist eine Einkehr wert. Frühstück bis 15:00 Uhr und ein warmes Tellergericht aus der Volksküche stehen zur Auswahl.

Heute gab es lecker Rösti mit Käse und Ei. Alles natürlich aus fairen, bio und regionalen Quellen.

Dazu wird kritische Tagespresse gereicht und bei Gesprächsbedarf ein familiärer Umgangston angeboten.

Innerer Dialog

Veröffentlicht in Dunkle schöne Welt mit den Tags , , , , am 26. November 2011 von tobikult

Der Anfang von Star Wars

Veröffentlicht in allgemein mit den Tags , , am 25. November 2011 von tobikult

Das Video öffnet sich in einem neuen Fenster. Enbetten war leider nicht möglich.

Trügerische Stille

Veröffentlicht in allgemein mit den Tags , , , , , , , , , , am 25. November 2011 von tobikult

Was ist denn hier los?

Oder besser gesagt: Was ist hier nicht los?

Den letzen Gothic Friday ausgesetzt, den jüngsten Picture My Day sausen lassen. Das grenzt schon an digitalen sozialen Suizid!

Eure Sorgen über meine Gesundheit bis hin zu Gerüchten über mein vorzeitiges Ableben will ich hiermit erst einmal zerstreuen. Es ist auch nicht unser Nachwuchs, der uns vom Web fernhält, auch wenn es schwer ist, sich diesem Lächeln zu entziehen:

Ein wenig geht es mir wie meinem Kollegen Robert von spontis.de. So wie er seinen Wohnraum aufgehübscht hat, habe ich mit meiner Familie ein Projekt im Real Life begonnen, das in einem behaglichen Wohnraum münden soll. Es wird aber noch ein paar Tage brauchen, bis wir zur Einweihungsparty laden, auch wenn einige unserer Freunde meinen, einmal durchfegen und ein Eimer Farbe würden Wunder wirken.

8-O

Natürlich haben wir für Euch einen eigenen Blog dafür eingerichtet :mrgreen:

www.pumpenhaus-heidelberg.de

Falls ich also gerade nicht online sein sollte, bin ich mit Fegen und Streichen beschäftigt.

;-)

Tod in Berlin – Friedhöfe im Westend, Teil 1

Veröffentlicht in Dunkle schöne Welt mit den Tags , , , , , , , am 3. November 2011 von tobikult

Bei bestem Herbstwetter habe ich einen Ausflug ins Westend Berlin unternommen. Hier liegen einige Friedhöfe, die einen Besuch wert sind. Begonnen habe ich mit dem Jüdischen Friedhof Heerstraße. Dieser in den 50ern eingeweihte Friedhof liegt am Rand des schönen Grunewald. Früher völlig überlaufen, wartet hier heute ein Ort der Ruhe und Kontemplation.

Leider ist auf dem Jüdischen Friedhof das Fotografieren verboten und so kann ich hier keine ausführliche Fotodokumentation liefern. Eine Besuchsempfehlung spreche ich aber hiermit uneingeschränkt aus.

Nach meinem Spaziergang durch die zum Teil sehr opulent angelegten Grabreihen, bin ich noch kurz um die Ecke (ca. 700m) zum Britischen Soldatenfriedhof gegangen. Die Herbstfarben der dortigen Kastanienbäume schufen eine wunderschöne Atmosphäre.

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