Cafe Central und Heldenbar in Essen

image945625891.jpgIn Essen muss man sich nicht gleich Dunkel lockende Welt unter der Leitung von Schirin Khodadadian geben, um mal ins Theater zu gehen. Im sogenannten Grillo-Theater inmitten der Innenstadt finden sich ein Café und eine Bar, die ab 10:00 Uhr Besucher mit einem Frühstück begrüßen. Mir gefällt das Gebäude mit seinen neoklassizistischen Ursprung und den nach dem Wiederaufbau hinzugewonnenen klaren Linien sehr gut.

Der Eingangsbereich verlangt sofort nach einer Entscheidung: die doppelläufige Wendeltreppe rechts ins Cafe Central oder links zur Heldenbar nehmen? Solche, in sich verwobenen Treppenhäuser, bin ich als Kind schon im Schloss Chambord begeistert rauf und runter gerannt.

Ich entscheide mich ob der Tageszeit für das Cafe Central und gelange in einen hohen Saal mit Säulengang und Kaffeehausausstattung. Hier wird beizeiten auch Kleinkunst und unkonventionelles Theater serviert. Als nächste Aufführung steht Das Kapital kriegt die Krise auf dem Spielplan.

Der Cappucino für € 2,40 ist hervorragend, mild, leicht nussig und mit Zartbitterschokostaubmilchschaumhütchen zum Löffeln. Die Speisekarte offeriert für uns Freunde des Butterbrots zudem auch Kniften: „frisches Graubrot bestrichen mit Remoulade, belegt mit Salat, Gemüse und“ – von Ziegenkäse über Eisalat bis hin zu Flusskrebsen (€ 3,10 – €4,20). Von mir gibt es für diese Delikatessen gleich mal einen TobiKult-Stern extra! Das nächste Mal probiere ich noch die drei Lammfrikadellen mit Honigsenf für € 3,00.

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An der Fensterfront ist noch ein Tisch frei und ich blicke auf den Theaterplatz und ein Stück der Fußgängerzone. Von hier oben erträgt man das Treiben und kann seinen Gedanken nachgehen. Die Essener schauen allerdings alle etwas betrübt drein. Die Stadt hat den Strukturwandel nicht so recht hinbekommen. Viel Leerstand, ein paar Billigangebotsketten, dazu nüchterne Nachkriegsarchitektur oder 70er Bausünden. Da ist es vielleicht nicht so einfach, fröhlich in die Welt zu schauen.

Den Stadtpolitikern ist das nicht entgangen und man stemmt sich voll dagegen: Die Weihnachtsbeleuchtung (die hässlichste, die ich seit Jahren gesehen habe) wurde bereits Anfang Oktober aufgehängt, um die Stimmung zu heben. Streber! Bei den heute erreichten 25 Grad Außentemperatur und latenten Sonnenschein ist das fast wie Weihnachten auf Malle.Foto1

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