Das Obama-Prinzip

Heute bekommt die personifizierte Hoffnung der Welt seine Auszeichnung. Der Friedensnobelpreis wird bekanntlich  seit 1901 an diejenigen verliehen, die „am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ haben (Quelle: Wikipedia).
Da wäre mir auch kein anderer Kandidat eingefallen als der aktuelle amerikanische Präsident. Wenn der Erfinder des Dynamits das miterleben könnte, er würde die eine oder andere Stange mit brennender Lunte spendieren. Auch beim Dynamit hofft man in Anbetracht der glimmenden Zündschnur auf den erlösenden Knall.

Das Hoffen auf Erlösung, das Gute oder auch nur auf bescheidenen Erfolg, hat sich zum globalen Prinzip der öffentlichen Belobigung gemausert. Da wird nicht nur vorab Barack Hussein Obama ausgezeichnet. Auch die selbstbezeichnete Leistungselite belohnt sich regelmäßig für wirtschaftliche Ergebnisse, die sich in ferner Zukunft noch ergeben sollen und begackert publikumswirksam jedes gelegte Ei.

Ähnlich verhält es sich beizeiten mit der Förderung und Auszeichnung von Wissenschaftlern. Die medizinische Forschung einzelner Koryphäen wird z.B. mit aberwitzigen Summen ermöglicht und die Forscher teilen der Welt unumwunden mit, dass frühstens in dreißig Jahren festzustellen sei, ob die neue Therapieform einen Vorteil gegenüber altebekannten Verfahren leisten wird. Applaudiert und ausgezeichnet wird aber bereits jetzt schon.

Fragen der Nachhaltigkeit, des aufgewendeten Mutes und individuellen Einsatzes scheinen keine Prüfkriterien für Preisverleihungen mehr zu sein. Wir sollten konsequenterweise die goldenen Uhren bereits im ersten Berufspraktikum verteilen (dann kommen die Burschen vielleicht mal pünktlich!) und die Tapferkeitsmedaillen für Überlebende des Wehr- und Zivildienstes ausloben. Vorschläge zur Angleichung weiterer Auszeichnungen an das Obama-Prinzip werden, vorab dankend, entgegengenommen.

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