Kleine grosse Momente im Leben

Am Wochenende waren wir im Kino. Wir sind arbeitsteilig vorgegangen. Sie hat schon mal den Kaffee geordert (Nachmittagsvorstellung) und ich habe mich im Schlangestehen geübt. Und dann kam er, ganz ohne große Ankündigung, aber mit einem lustigen Gefühl im Bauch: der kleine grosse Moment. Ich schob meinen Zwanziger durch die Kassenluke und sagte:

Zweimal Verdammnis, bitte!

Ohne mit der Wimper zu zucken, reichte mir mein Gegenüber die Karten. Was würde uns wohl hinter der Kinosaaltür erwarten? Eine steile Treppe nach unten? Nach oben? Licht, Kälte, Hitze, Wind? Waren wir für ein solches Ereignis gut genug gekleidet? Wer sind die anderen Menschen, die da mal nachgucken wollen? Es waren dann doch nur die gewohnten Sessel und eine Leinwand. Es waren auch nur die gewohnten nervenden Mitmenschen mit ihren Rascheltüten und Hochsteckfrisuren. Eben die übliche irdische Verdammnis, egal ab das Licht an- oder ausgeschaltet wird.

Der Film war für eine Fernsehproduktion klasse, für Kino zu kleinkariert in Sachen Kameraführung, Licht und Schnitt. Ohne Kenntnis der Lektüre dürfte es schwer fallen, die Handlung in Gänze nachvollziehen zu können. Die Fangemeinde der Triologie von Stieg Larsson ist aber groß genug, als dass es auf die künstlerische Qualität des Films ankäme.

Wenn der letzte Teil in die Kinos kommt, werden zusätzlich Heerscharen von Menschen mit religiöser Deformation an den Kinokassen stehen. Dann wird es heißen:

Zweimal Vergebung, bitte!

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