Esst mehr Bücher!

Im Windschatten der Frankfurter Buchmesse schubse ich heute mein lange poliertes Denkmal als ausgewiesener „Nichtleser“ vom Sockel. Ja, ich gebe es zu, auch ich lese Bücher. Seit der Verbannung der Glotze aus den eigenen vier Wänden ist der Konsum von Schriftstücken deutlich angestiegen. Es ist mittlerweile so schlimm, dass Besucher kritisch nach der Statik der Wohnungsböden fragen, wenn sie vor den Regalwänden stehen. Ich hingegen habe die Sorge, dass ich alle lesenswerten Bücher bereits durch habe. Vor ein paar Tagen habe ich mir z.B. das Werk „Unfun“ von M. Faldbakken besorgt.

Die „Hardcore-Reihe“ des Heyne -Verlags versucht auch die frecheren Werke unter das Volk zu bringen. Eigentlich hätte mir der Titel des Buches genügen müssen, ist dieser doch auch hinsichtlich des Schreibstils Programm. Über Seite 32 bin ich nicht hinausgekommen…

Dann nahm ich das nächste Buch vom Stapel: „Das Zimmermädchen“ von Markus Orths. Der Autor hat einen eingeschränkten Wortschatz und versucht diesen mit einer verkürzten Grammatik zu kaschieren. „Alte Frau studiert Fahrplan im Glaskasten und nutzt Finger als Lesehilfe. An Bushaltestellen hat Lynn gerne ihr Spiel gespielt: Was wäre wenn? Hat sich vorgestellt: Was wäre, wenn keiner mich wahrnähme?“. Seite 8 war somit die letzte Seite, die ich aus diesem Buch gelesen habe.

Ich brauche dringend Buchempfehlungen von Euch, sonst fange ich wieder an TV zu glotzen! Wer Interesse an einem der oben angeführten Exemplare haben sollte, kann sie gerne bei mir abholen.

Wenn Eure Bücherwand so aussieht, verklagt den Elektriker!

Wer selber Literatur herstellt, kann sich seinen Schreibstil auf der Website der FAZ analysieren lassen.
Bei mir kam „wie Friedrich Nietzsche“ raus…
Na toll, der ist meines Erachtens total unlustig zu lesen.
Vielen Dank an die Vorstadtprinzessin für diesen Link-Tipp.

3 Antworten to “Esst mehr Bücher!”

  1. guidevil Says:

    In deinen tränenfeuchten
    Augen ruht ein Blick,
    der schmerzlich, herzlich
    dir und mir verwehte Leiden,
    verlorne Stunden und zerronnen Glück
    zurückrief beiden. –

    Wenn das nicht lustig ist.
    Also: Nie wieder was gegen Nietzsche!

  2. NarrenkönigsTochter Says:

    Hab‘ den Link noch nicht verfolgt, aber würde Dir empfehlen Kontakt zu Johanes‘ Bibliothek herzustellen – liest Du auch Fantasy?

  3. Was für ein großartiger Link. Mein erstes Resultat lautet, ich schriebe wie Thomas Bernhard. Demnächst mehr dazu in dem anderen Theater…

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