Die polnische Alternative

Endlich weltweit verfügbar!

Lange konnten Katholiken zur Anbetung nur unter 6650 Heiligen und Seligen auswählen. Mit ihrem aktuellen Sondermodell Jo PP II erweitert die Kirche ihre Angebotspalette und rundet sie nach unten hin ab. Auch für scharf kalkulierende Kirchengänger, die tote Menschen mit 0 bis 1 Wunder anbeten wollen, kann der Vatikan ab sofort eine echte Alternative zu oft übereifrigen aber ebenso toten Wunderwirkern anbieten.

In kultigen Sonderveranstaltungen können Neugierige an ihren gewohnten Orten für die nächsten Wochen Jo PP II unverbindlich probeanbeten. In den meisten Kirchen gelingt es, durch aufwendige Bannerwerbung besonders Kreuz- und Jesusfixierte mit dem neuen Anbetungsangebot zu erreichen und vertraut zu machen.

Im direkten Vergleich mit dem bisherigen Topmodel treten die Vorzüge der polnischen Alternative sofort zu Tage, in der ein wohlgenährter, umfassend bekleideter Senior-CEO als Kontrast zu einem halbnackten, verzottelten Mittdreißiger-Rebellen präsentiert wird.

Jo PP II werden nach ersten Experten-Einschätzungen vor allem bei jungen Leuten realistische Chancen zugestanden, die Nummer eins beim täglichen Gebet zu werden. Aber auch alten Routiniers wird ein Wechsel empfohlen.

8 Antworten to “Die polnische Alternative”

  1. […] Die pol­ni­sche Alter­na­tive | Wert­ur­teils­frei Ein paar ernst­zu­neh­mende und den­noch amü­sant bis zyni­sche Gedan­ken zu Selig-Sprechung macht sich Tobi­kult: »Lange konn­ten Katho­li­ken zur Anbe­tung nur unter 6650 Hei­li­gen und Seli­gen aus­wäh­len. Mit ihrem aktu­el­len Son­der­mo­dell Jo PP II erwei­tert die Kir­che ihre Ange­bots­pa­lette und run­det sie nach unten hin ab. Auch für scharf kal­ku­lie­rende Kir­chen­gän­ger, die tote Men­schen mit 0 bis 1 Wun­der anbe­ten wol­len, kann der Vati­kan ab sofort eine echte Alter­na­tive zu oft übereif­ri­gen aber ebenso toten Wun­der­wir­kern anbie­ten. (…) Im direk­ten Ver­gleich mit dem bis­he­ri­gen Top­mo­del tre­ten die Vor­züge der pol­ni­schen Alter­na­tive sofort zu Tage, in der ein wohl­ge­nähr­ter, umfas­send beklei­de­ter Senior-CEO als Kon­trast zu einem halb­nack­ten, verzot­tel­ten Mittdreißiger-Rebellen prä­sen­tiert wird.« Für Tobi­kult von Spon­tis: Eine musi­ka­li­sche Wid­mung. […]

  2. @klanggebet:
    Und vielleicht hätte die katholische Kirche mehr Substanz, wenn sie sich mal mit ihrer eigenen brutalen Vergangenheit beschäftigen würde, als die richtige Interpretation von merkwürdigen Ritualen und den richtigen Gebrauch von Worthülsen zu bequatschen.

    • grüss dich mattensan,
      ich postete dies keineswegs um die katholische kirche zu verteidigen, sondern um faktentreue zu verteidigen.😉 gerade den, den man kritisiert, sollte man gut genug kennen, damit nicht die kritik in haltlose polemik ausartet.
      schönes wochenende!

  3. vielleicht hätte diese „satire“ mehr substanz, wenn du mehr über die kirchlichen realitäten wüsstest? heilige werden nicht angebetet sondern es wird im gebet allenfalls ihre hilfe angerufen oder zusammen mit ihnen wird ein gebet an gott gerichtet. anbetung ist eine haltung die laut katholischer glaubenswelt nur gott gebührt. es besteht also ein unterschied zwischen „gebet“ und „anbetung“. johannes paul wurde im übrigen bloss selig gesprochen, eine heiligsprechung ist etwas anderes. ich hab übrigens gar nichts gegen gelungene satire, aber man sollte sich schon etwas mit dem objekt des spottes auskennen. herzliche grüsse😉

    • Danke für Deinen Kommentar und Deine kritische Auseinandersetzung mit meinem Post. Um den theologischen Exkurs hier knapp zu halten, gebe ich Dir in allen Punkten recht. Bis auf das mit der Satire, das trifft mich sehr. 😉

  4. Jo man! Vielleicht sollte man diesen Beitrag unseren amerikanischen und zunehmend verwirrten Freunden nahelegen, die mittlerweile schon Zapfsäulen umstellen und für niedrigere Benzinpreise beten…
    Da würde doch eine Jo-Bet-Alternative gut tun.
    Ich sage mal nix dazu, dass du den Fernseher aus dem Haus verbannt hast, um dann via Internet sowas zu schauen (an dieser Stelle käme jetzt ein emoticon mit Stirnrunzeln und verzweifeltem Augenaufschlag)

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