Ich vermisse John Cage!

Es ist doch immer das Gleiche! Wir vermissen erst dann etwas, wenn es von einem Tag auf den anderen nicht mehr da ist. Egal ob wir unsere Aufmerksamkeit schon einmal darauf gelenkt haben, oder nicht. So geht es bestimmt vielen Menschen mit den Installationen in Gedenken an John Cage am Hauptbahnhof Darmstadt. Cage wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. In und um den Bahnhof herum wurden Zitate, Kunstwerke und Klanginstallationen angebracht und haben sein Erscheinungsbild geprägt. Das alles hat so gut zum Ort gepasst, es hätte für immer dort bleiben können.

Besonders gefreut hatte ich mich auf die offizielle Eröffnung dieses Gesamtkunstwerks. Hier wollte Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten seine Zuneigung zu John Cage durch eine Lesung zum Ausdruck bringen. Leider ist Blixa Bargeld nicht Gott und konnte krankheitsbedingt nicht performen. Die tägliche Freude über die Installationen hielt aber einen Sommer lang an.

Nun ist der Herbst da, alles was an John Cage in Darmstadt erinnert wurde abgebaut und Kunst ist wieder zur Mangelware auf meinem Weg zur Arbeit geworden.

Einige Impressionen konnte ich vor der Demontage, dank üppiger Verspätung meines Zuges, mit dem mobile Device einsammeln.

Mein Lieblingszitat (gefunden an einer Bushaltestelle), das dem Erfinder des Happenings zugeschrieben wird, lautet:

(Davon sollte ich mir glatt einen Button basteln🙂 )

Gleich neben dem Bahnhof wurde ein Mitmach-Café eingerichtet, dass unter dem Namen „Cage & Cola“ den Happening-Charakter gut zur Geltung brachte.

Dass der Musikphilosoph John Milton Cage Jr. eine starke Selbstwirksamkeitserwartung hatte, steht außer Frage, aber seinen Locus of Control setzte er offensichtlich produktiver als andere ein, und inspirierte damit seine Zeitgenossen und nachfolgende Generationen. Dabei kamen auch so lustige Maschinen heraus wie die „SG-2000“ von Simon Mellnich und David Janzen, die im Inneren des Bahnhofs ausgestellt wurde.

Für alle Reisenden, die sich von Cage und den aktuellen Installationen inspiriert sahen, stand eine Bühne zur Verfügung und lockte so zu eigenen künstlerischen Wagnissen.

Als Büromensch nutze ich gerne jede Gelegenheit mich zu bewegen und so meide ich Rolltreppen und Fahrstühle, wo es nur geht. Für die Klanginstallationen in den Fahrstühlen zu den Gleisen habe ich aber eine Ausnahme gemacht und bin eine Runde auf- und abgefahren.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: