Archiv für Buttons

Gothic Friday im Juli

Posted in allgemein with tags , , , , , , , on 10. Juli 2011 by tobikult

Diesen Monat geht es beim Gothic Friday um Symbole und deren Verwendung in der Gothic-Szene. Schönes Thema, das das Soziologenherz höher schlagen lässt.

Ich hatte zwar auf ein Juli-Thema rund um den maximalen Lichtschutzfaktor in Sonnencreme, Tiefseetauchkurse, Höhlen-Kuren und Camping im Friedwald gehofft, aber die Frage nach der persönlichen Verwendung von Symbolen ist auch ganz anregend für die grauen Zellen.

„Mit Symbolen habe ich es nicht so“ schoss es mir durch den Kopf, als ich die Aufgabenbeschreibung auf spontis.de durchlas. Weder Kreuz noch Pentagramm, Thors Hammer oder keltische Ornamente schmücken meinen Körper. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass mich Symbole nicht interessieren würden. Dann hätte ich auch meine Profession verfehlt, denn in der Soziologie stellen Symbole einen prominenten Untersuchungsgegenstand dar. Insbesondere der so genannte Bedeutungsüberschuss, der Symbole von Zeichen unterscheidet, übt eine eigene Faszination aus.

So reagiere ich zumeist sehr schnell und interessiert, wenn ich Menschen sehe, die Symbole an sich tragen. Ob die Trägerinnen und Träger sich der gängigen Bedeutung der zur Schau gestellten Symbole bewusst sind? Haben sie eine individuelle Be-Deutung für diese Menschen? Werden die Symbole als Erkennungs- und damit als Identifikationsmerkmal genutzt oder sollen sie andere Menschen provozieren? Insbesondere bei der Verwendung religiöser und politscher Symbole gilt in der Gothic-Szene seit Jahren „Nicht kleckern, klotzen!“ (Diese Redewendung wird blöderweise dem Wehrmachtsoffizier Heinz Guderian zugeschrieben).

Für mich funktionieren insbesondere Symbole gut, die für eine bestimmte Musikrichtung stehen oder Kreationen von Künstlern sind, die mich erfreuen und inspirieren. Früher haben wir das „Männchen“ von Einstürzende Neubauten auf Kleidungsstücke und Schulmöbel gemalt und wollten damit eine Anti-Haltung zum Ausdruck bringen. Wir konnten uns aber auch daran erkennen und ein Zugehörigkeitsgefühl wurde geschaffen. Ich habe darin nie eine Höhlenmalerei aus Mexiko gesehen (die es wohl ursprünglich war). So viel zum Bedeutungsüberschuss für dieses Symbol.

🙂

Es sind eben diese aus der Musik stammenden Symbole, die ich in meinem Alltag trage und die mich schon lange begleiten. Da ist die sogenannte Teufelsharfe der Band Phillip Boa and the Voodoo-Club. Dieses Symbol ist eine Kreation des Grafikers und Fotografen Dirk Rudolph. Wofür dieses Symbol neben der Musik der Band steht, findet sich auf dem „Member-Pin“:

Ein weiteres Symbol, das für mich mehr als nur ein Logo oder Zeichen ist, stammt vom Künstlerkollektiv LAIBACH.

Beide Symbole kommunizieren für den wissenden Betrachter, welche musikalischen Vorlieben ich habe, ohne dass der Name der Künstler explizit genannt werden muss. Für die Ahnungslosen wirken die Symbole leicht irritierend, bleiben aber unterhalb der Schmerzgrenze bürgerlicher Vorbehalte. Ich will ja nicht jeden Tag und jedem Zeitgenossen meine Weltsicht erklären müssen.

Täglich begleitet mich meine Tasche: Egal ob auf Festivals oder bei beruflichen Terminen, die Buttons zieren stets die Front. Hin und wieder traut sich mal ein Gesprächspartner und fragt, was es mit den „Knöpfen“ auf sich hat. Gerne erkläre ich daraufhin die Bedeutung der Symbole. Und dann darf sich der mutige Frager einen Button als Geschenk aussuchen. Das ist zumeist sehr lustig.

😎

Diese Gallerie kann also auch mal variieren. Die „Apfelfront“ und „I ♥ my attitude problem“ gehören aber zur ständigen Ausstellung (solange die Welt das braucht). Ebenso mein EBM-Schlüsselband.

Eigentlich sind wir doch wandelnde Litfasssäulen. Die Farbe Schwarz hat ebenso Symbolcharakter wie auch das passende Schuhwerk. Ob Pikes oder Boots, ein nonverbales Statement ist das eigene Erscheinungsbild allemal, wenn man nicht mit der bunten Mode geht.

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Gothic Friday im Mai – Do Goth Yourself

Posted in allgemein with tags , , , , , , on 21. Mai 2011 by tobikult

Dieser Gothic Friday lockt unseren Gestaltungswillen. Stimmt es, dass der wahre Grufti all das Schwarz um sich herum selbst bastelt? Wie erklärt sich dann der Erfolg von Xtrax, Caleidolex und Co?
Ich habe lange überlegt, bei welcher DIYS-Aktivität ich mich in der letzten Zeit so richtig ausgetobt habe. Da sind mir unsere Möbel eingefallen. In Sachen Einrichtung sind wir mal eine gepflegte Seniorenresidenz mal ein Obdachlosenheim.

Analog zur Volksweisheit „Wer mit Holz arbeitet, kann kein schlechter Mensch sein“, finde ich Gefallen daran, alte Möbel zu suchen und wieder hübsch und, wer hätte es geahnt, dunkler zu machen. Ich finde die Schmuckstücke gerne auf dem Sperrmüll, scheue aber auch nicht eine Versteigerung bei ebay.

Die wichtigsten Werkzeuge sind, neben Schmirgelpapier, Lasuren und Pinsel diese beiden treuen Gefährten:

Hier stelle ich einige meiner letzen Projekte vor:

Ein frühes Opfer. An der Straße im Regen stehend entdeckt. Vor dem Sperrmüll gerettet. Auf diesem alten Schweizer-Armee-Spind waren so viele Lackschichten drauf, dass wir sogar mit einem Elektrohobel gearbeitet haben. Bald bekommt das gute Stücke eine weitere Lasur mit meiner Lieblingsfarbe: Nussbaum-DUNKEL.

Ich war von der schlichten Form des oben gezeigten Spinds angetan und habe ein weiteres Exemplar bei ebay für 40 EUR ersteigert. Der Spind war mit leberwustgrünen Lack zugekleistert, auf der Rückseite zudem eindeutig als Wehrmachts-Eigentum gekennzeichnet. Ich kann mich noch erinnern, dass ich Schmirgelpapier im Wert von weiteren 40 EUR verbraucht habe, um ihn zu befreien. Heute dient er uns als Hausbar. Seine böse Vergangenheit sieht ihm keiner mehr an und ich bin froh, dass wir ihn vor Devotionalienjägern retten konnten.

Unser heutiger Aktenschrank war einmal eine Aufbewahrung für Arbeitskleidung in einer Werkstatt des Frankfurter Güterbahnhofs. Auch eine ebay-Eroberung. Dieses Möbel war so schwer beschädigt, dass ich am Deckel eine ganze Seite neu anbringen musste. Nussbaum-dunkel tröstet bei kleinen Ungenauigkeiten das Auge.

Dann ist mir vor ein paar Jahren eine Truhe zugelaufen, die dringen eine liebevolle Zuwendung braucht, um in ein neues Leben überführt zu werden. Da wir sie bereits an ihren zugedachten Platz gehieft haben, wird sie auch schon als Stauraum und als Sitzgelegenheit genutzt. Mein Antrieb, ihrem Verfall aktiv entgegenzutreten, ist derzeit gering. Nichts hält länger als ein Provisorium.


Eine weitere Bastelwut lebe ich beim Designen und Produzieren von Buttons aus. Da aber Orphi bereits mit dem ultimativen Aktions-Button diese gruftitypische Beschäftigung vorgestellt hat, hier nur zur Ergänzung mein Maschinentyp, mit dem ich ganz zufrieden bin:

Werturteilsfrei-Buttons RELOADED

Posted in allgemein with tags , , on 9. März 2011 by tobikult

Die Knöpfe wollen zu Euch und gehen morgen zur Post.
Wünscht Euch Glück!

Post-Button

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , on 5. März 2011 by tobikult

Postmoderne? Postkapitalismus? Jetzt also auch Post-Button!

Wer hätte gedacht, dass sich die werturteilsfrei-Buttons so großer Beliebtheit erfreuen? Die coolen Knöpfe sind so heiße Ware, dass manch ein Einfaltspinsel sogar zum Langfinger wird. Mich erreichten viele erschütternde Meldungen über leere Briefumschläge statt fröhlicher Button-Grüße. Das tut mir leid.

Jetzt hört aber auf zu flennen, wir probieren das einfach noch einmal!

Der Totalverlust einer ganzen Charge von Sendungen erinnert mich an die Berichte über geplünderte Briefe, die per Feldpost aus Afghanistan nach Deutschland geschickt wurden. Bei meinen Recherchen habe ich zudem eine Fülle von Opferberichten gelesen, bei denen per Briefpost versendete Kleinteile aus den Umschlägen entfernt wurden bzw. auf ungeklärte Art verlustig gingen. Auch in unserem Fall berichten die Betroffenen von präzise aufgeschnittenen Briefumschlägen, was den möglichen Täterkeis auf Chirurgen und Spitzenköche erweitert.

Die Post hat anscheinend eine ganz eigene Form des Umgangs mit diesem wachsenden Problem ihrer Kundschaft gefunden: Betroffene Menschen, die ein diebisches Treiben bei der Post und ihren Zuarbeitern vermuten, werden mit juristischem Fingerspitzengefühl zur Unterlassung solcher Fantasien gebracht. Denkbar aus Sicht der Post erscheint lediglich, dass in Einzelfällen ein Brief an den scharfkantigen Rändern der Sortiermaschinen Schaden nimmt und dann Kleinteile wie z.B. Buttons und Speicherkarten herausfallen. Diese sind dann später nicht mehr den Sendungen zuzuordnen und kommen wahrscheinlich ohne Umwege über das Fegefeuer in den Post-Himmel. Das klingt so plausibel, da will ich hier und jetzt nichts entgegnen…

Die Zukunft fest im Blick, habe ich mich natürlich schlau gemacht, wie ich die Buttons so an Euch versenden kann, dass sie auch ankommen. Die Auswertung von Erfolgsmeldungen aus der Netzgemeinde stellt wattierten Luftpolstertaschen eine signifikant höhere Zielerreichung in Aussicht. Zudem hat die Post die Briefkastenleerung an Prekär-Selbständige delegiert. Da die letzten Sendungen alle in den gleichen Briefkasten geworfen wurden und in alle Himmelsrichtungen geschickt werden sollten, könnte hier bereits am Anfang der Versandkette ein Unsicherheitsfaktor liegen. Ich werde die Briefe also kommende Woche direkt in einer der letzten Postfilialen dieser Republik aufgeben und vorher eine Blitzvereidigung des Personals anstreben.

Hier noch ein Aufruf an Euch, die ihr zwar Buttons wolltet, aber nur leere Briefumschläge bekommen habt und Euch noch nicht beim hiesigen Kriseninterventionsteam gemeldet habt:
Gebt mir Nachricht, dann seid ihr bei
werturteilsfrei-Buttons-Reloaded
an diesem Wochenende mit dabei!

„Können wir das schaffen? Yo, wir schaffen das!“
Bob der Baumeister

Werturteilsfrei-Buttons

Posted in allgemein with tags , , on 13. Februar 2011 by tobikult

Hallo Welt,
kurz vor Weihnachten hatte ich Euch Buttons in Aussicht gestellt. Das habe ich natürlich nicht vergessen! Endlich habe ich die 1. Serie fertiggestellt. Ich nehme das gleich mal zum Anlass, um das Umfragen-Tool zu testen.

🙂

Wer einen oder mehrere Buttons haben möchte, ein Kommentar genügt, ich nehme dann mit Euch Kontakt auf und stimme das weitere Vorgehen ab. Solange ich es mir leisten kann, verschenke ich die Buttons.
Also, greift ruhig zu! Und stimmt bitte ab!