Archiv für Drogen

Freies Lesen

Posted in allgemein with tags , , , , , , on 14. Mai 2011 by tobikult

Der Gratis-Comic-Tag (danke, Sabrina, für diesen Tipp) hat mich endlich einmal wieder in einen echten Fachhandel geführt. Als Kind wurde ich regelmäßig gescholten, weil ich versuchte, mit Benni Bärenstark meinen Horizont zu erweitern, statt den Jugendbüchern von der Leseliste aus der Schule Beachtung zu schenken.

Eigentlich stehe ich gar nicht auf Veranstaltungen, die mit Geschenken locken. Die Idee, von ganz unterscheidlichen Comic-Richtungen jeweils das Erstwerk zu verschenken und so neue Leserkreise zu erschließen, finde ich aber klasse und erinnert an das Erstangebot unbedarfter Kleinstdealer vor der Dorfdisko. Wie bei Drogen würde ich nie einfach auf Gut Glück ein Comic kaufen, über das ich sonst noch nichst gehört habe. Das mache ich nur bei Musik.

Jetzt hat der Veranstalter des Gratis-Comic-Tags auch noch einen Fotowettbewerb ausgelobt und bietet alle 44 Gratis-Exemplare als Belohnung für ein schönes Foto von dieser Aktion an. Da konnte ich die Kamera ja wohl kaum zu Hause lassen.

Es passte bei diesem Comic-Dealer einfach alles. Klischee-Publikum vor den Toren, drinnen ein heiloses Durcheinander, das zum Stöbern einlud. Und um die Ecke kämpften die Freunde von Anonymous einen realen Kampf gegen gefährliche Feinde unserer Freiheit. Da soll einer nochmal behaupten, mit der Jugend sei nichts anzufangen…

Erst lesen…

…dann handeln!

Lokalhelden

Posted in allgemein, Kultur with tags , , , , , , , , , , , , , , , , on 6. Mai 2011 by tobikult

„Der Klügere legt nach.“ Wolle in Lokalhelden

Lokalhelden

Heute habe ich eine Lesung im Cafga im Jungbusch in Mannheim besucht. Jörg Harlan Rohleder, derzeit stellv. Chefredakteur des Musikexpress, hat aus seinem Debut-Roman Lokalhelden vorgelesen. Den Fragen des – bis auf die Kleinstkinder auf den Armen – gleichaltrigen Publikums stellte er sich darüber hinaus gerne.

Die Reflexionsfähigkeit der Generation Golf ist schon des öfteren unter Beweis gestellt worden. Was sollten wir auch besseres zu tun haben, als in den Rückspiegel zu schauen? Die vorangegangene Kohorte, die „No Future“ noch als Gag proklamierte und ansonsten sich das Recht der lebenslangen Spaßgesellschaft einräumte, hat uns unlösbare ökologische und soziale Probleme und Konfliktfelder hinterlassen.

Da genießen wir geradezu den Blick zurück in die frühen 90er. So banal und trostlos die 90er auch gewesen sein mögen, für uns waren sie inspirierend und durchaus abwechslungsreich. Mithilfe dieser Erfahrungen versuchen wir nichts weniger als die Gegenwart zu ertragen und die Zukunft zu gestalten. Auch davon weiß der Autor zu berichten.

Jörg Harlan Rohleder hat uns einen weiteren Augenzeugenbericht über eine Welt aus Disko, Drogen und Depression vorgelegt, und wer das Müsli in Stuttgart und die Störung in Winnenden damals besucht hat oder gar die Aral-Tanke in Leinfelden-Echterdingen zur Grundversorgung nutzte, wird sich in seinen Zeilen schnell wiederfinden. Für alle anderen ist es kurzweilige Popliteratur.

Aus Dank für die Finanzierung dieses Romans durch den Gummibärchensaft-Hersteller Red Bull trinkt der Autor nur noch
Wodka-Red Bull in der Öffentlichkeit. Ich hätte da lieber einen Deal mit einem Wodka-Hersteller abgeschlossen.
😉

„Valium. Es schaltet das Licht aus, wenn Du von der Bühne willst, aber nicht kannst.“ Wolle in Lokalhelden