Archiv für Grufti

Weil mein Schatz ein Grufti ist

Posted in Musikalische Früherziehung with tags , , on 20. April 2014 by tobikult
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Irrlichter des Internets

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , , , , , , on 20. November 2012 by tobikult

Auf der Suche nach gruftiger Präsenz in der Medien- und Kulturlandschaft gibt es mehr Sackgassen, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Und manchmal sind es auch Nachrichtensendungen und Werbeprospekte, die einem das Blut gefrieren lassen. Sollte das, was dort der Weltöffentlichkeit gezeigt wird, wirklich etwas mit unserer Schwarzen Szene zu tun haben?

Ich befürchte, ja. :mrgreen:

Wer ist der EBM-Papst? Unser Ehrenvorsitzender der EBM-Senioren HaJo weiß es bestimmt:

Screenshot von http://www.zdf.de
Lerne den EBM-Papst kennen unter http://www.ebm-papst.de

Für die „Alles Poser außer Mutti“-Fraktion hier der Moment der Wahrheit: Joy Division gibt es noch! Die Jungs machen jetzt in Hygieneartikel und sorgen so für „besondere Momente“:

„Love will tear you apart“ garantiert mit Produkten von
http://www.joydivision-international-ag.de

Schon früh liehen sich die Gruftis Accessoires aus der Fetisch-Szene. Nicht zum Spaß natürlich, sondern nur um ordentlich zu provozieren. Der Spielwareneinzelhandel für die Großen reagierte mit eigenen Läden für die Schwarze Szene, wie das Fachgeschäft Schwarze Palme, die kaum einen Wunsch unerfüllt lassen.

Erwachsenenpädagogik und Gesellschaftsspiele für Gruftis bei http://www.schwarzepalme.de

Und dann gibt es diese Momente voller Missverständnisse, die uns Gruftis so bitter aufstoßen. Eines der jüngsten Beispiele ist hier die Ruderin und Olympiateilnehmerin Nadja Drygalla. Auf den ersten Blick auffällig unauffällig „true“:

new-wave-rudern

Einfach aus Bild klicken, dann kommt ihr beim Originalbild auf Sprotbild.de raus. 
(Liebe Abmahnanwälte, das hier ist Kunst. Und Kunst darf das.)

– Body-Modification an den Ohren? ✔ *check

– Tattoo mit Fabelwesen? ✔ *check

–  schwarze Klamotte? ✔ *check

– „New Wave“ Patch auf der Brust? ✔ *check

Und dann wieder dieser lautstarke reflexartige Ideologieverdacht der Boulevardpresse, wenn sie Gruftis beim Hören von Feindflug und Hanzel Und Gretyl erwischen.

👿

Und erzähle mir jetzt keiner, ich hätte eine verzerrte Wahrnehmung!

Wave Gotik Treffen 2012

Posted in allgemein with tags , , , , , , , on 22. Juli 2012 by tobikult

So, jetzt sollte aber auch die letzte Kalkleiste und der überzeugteste Misantroph wieder auf dem harten Boden der Tatsachen angekommen sein. Das Wave Gotik Treffen 2012 ist längst verblasste Geschichte. Das ist gut so, denn vorher wollte ich auf keinen Fall Öl ins Feuer der Emotionen rund um das diesjährige WGT schütten.

Und was haben wir uns alle getroffen! Sogar Waver und Gotiker waren dieses Jahr zugegen. In den meisten Medien wurde das WGT ja als „Familientreffen der Schwarzen Szene“ tituliert und in diesem Jahr ist uns das tatsächlich gelungen! Und wie es sich für ein ausgiebiges Aufeinandertreffen von Familienmitgliedern gehört, wird ordentlich gelästert, geschleimt und auf dicke Hose gemacht.

Kurz bevor das Amphi-Festival eure Erinnungen an das einzig wahre Familientreffen in Leipzig überlagert, hier das fotografische Simplicol-Nachfärbe-Schwarz für Eure Gedankenwelt:

Oberstes Gebot für Familientreffen: Nur nicht anmerken lassen, für wie bekloppt Du den Rest der Mischpoke hältst.

Oma und Opa taten wieder die ganze Zeit so, als wäre es für sie das letzte Mal, das sie lebend dabei wären…

…was nicht alle Familienmitglieder unkommentiert lassen konnten.

Kaum wiederzuerkennen: die Knicklicht-Sippe farblos und am Boden.     Aber anscheinend immer noch ansteckend.

Er fagt sich bis heute, warum alle sofort erkennen, dass er nur „angeheiratet“ ist.

An jeder Ecke wird stolz der eigene Nachwuchs genährt…

…ertüchtigt…

…und an wichtige Kulturtechniken herangeführt.

Der Sippe den neuen Lebensabschnittsgefährten vorstellen?
Ein Abenteuer…

…ein Eklat…

…oder das Todesurteil.

Nachdem der Sonntagabend etwas aus dem Ruder gelaufen ist…

…haben den Termin fürs Familienfoto am Montag nur noch ein paar unverwüstliche Frohnaturen wahrgenommen.

Angeblich war der Meeresfrüchtesalat dran schuld.

Manche wollten aber auch nur mal wieder richtig ausschlafen.

Auch beim schwarzen Familientreffen gilt: Stilvoll heimreisen ist eine Kunst.

Gothic Friday im Winter

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , , , , , , , , , on 12. Januar 2012 by tobikult

Der letzte Gothic Friday? Da will ich mit dabei sein und dieser unterhaltsamen Serie von spontis.de „Lebewohl“ sagen! In der Winterausgabe geht es um die Frage, welche gruftigen Orte und Treffpunkte die Stadt bereithält, in der ich lebe.

Ich wage also mal eine Bestandsaufnahme für die Stadt Heidelberg:

Mit seiner Altstadt, der Schlossruine und seinem Bergfriedhof bietet diese Stadt bereits ohne weiteres Eventmanagement ein Ambiente, das einem Leben in Schwarz förderlich erscheint. Als beliebtes Ausflugsziel für Gruftis kann zudem der Heiligenberg gelten. Heidenloch, Thingstätte und Klosterruine mitten im Wald und mit herrlichem Ausblick auf Stadt und Fluss – hier bekommt die Fantasie Flügel und die Kalkleiste ausreichend frische Luft.

Schwarzkompatible Massenevents:

Einmal im Jahr feiern nicht nur Mittelalterfans, Junghexen und Gruftis auf der Thingstätte die Walpurgisnacht. Mittlerweile pilgern an die 10.000 Menschen in der Nacht zm 1. Mai auf den Berg um gemeinsam zu feiern.

Eine gern von Gruftis besuchte Tanzveranstaltung ist der Ball der Vampire. Auch hier mischen sich die Schwarzen mit dem gemeinen Volk und feiern ein rauschendes Fest.

Diskos und Tanzveranstaltungen:

Viele Jahre war der Gothic Wednesday im Schwimmbad Musik Club eine feste Größe im kulturellen Miteinander der Gruftis in Heidelberg. Auf drei Etagen wurde hier alles gespielt, was irgendwie für schwarze Seelen tanzbar erschien (für Facebook-Mitglieder gibt es hier ein paar tolle Bilder aus der guten alten Zeit 1997-1998).

Das Besondere an diesem Club war zudem seine Kleinkunstbühne, die es jungen Künstlern ermöglichte, einem geneigten Publikum die eigenen Werke live zu präsentieren. Für 4 EUR Eintritt ist das Risiko hierbei bis heute angenehm niedrig, eine Totalbeleidigung für Ohren und Augen zu erleben. Das Management bewies immer wieder einen guten Riecher bei der Verpflichtung der Künstler (als legendär dürfte der Auftritt von Nirvana im Jahr 1989 gelten, bevor die auch nur annähernd populär waren). Da waren zum Beispiel Auftritte von Birthday Massacre, Terminal Choice und anderer No-Name-Bands in den letzten Jahren, die mehr oder weniger Genuss boten.
😛

Auch die Depeche-Mode-Parties im Schwimmbad Musik Club gehörten zu meinem Studentenleben einfach dazu. Damals zeichnete sich DJ Jochen noch dadurch aus, dass er es nur selten aushielt, einen Song bis zum Ende zu spielen, was ich ja total gut leiden kann…

👿

Heute freue ich mich stets, wenn ich ihn am Mischpult sehe, ist er doch ein Garant für eine Musikauswahl quer durch die letzten Jahrzehnte.

Die genannten Parties gibt es nicht mehr. Heute lädt der Club gelegentlich zum Schwarzen Schwimmbad ein und hat seit ein paar Monaten auch einen GOTHIC FRIDAY im Programm. Der Feitags-Event ist aber eher der Versuch, den Metallern und Rockern ein paar gut- und schwarzgekleidete Studis beizumischen, die dann und wann aus dem Keller krabbeln, um frische Luft zu schnappen.

 

Keine Schwarze Disko, aber ein Ort subkulturellen Treibens ist die Villa Nachttanz, die ich hier noch erwähnen will. Als 1999 das Autonome Zentrum in der alten Glockengießerei einem schnöden Neubauprojekt weichen musste, ging auch ein Treffpunkt für die Schwarze Szene in Heidelberg verloren. Mit der Villa Nachttanz gibt es wenigstens wieder ein festes Domizil für Jugendkultur und autonome Aktivitäten in der Stadt.

Einkaufen:
In Heidelberg gab es stets nur wenige Geschäfte, die Mode abseits der Massenware oder gar exklusiv für die Schwarze Szene anboten.  Eine Institution war das Tamaris in der Unteren Straße 2, der kompetente Dealer für Docs, Pikes und Undergrounds. Ein Hauch von Camden Town lag in der Luft und die Musik hielt Touristen fern. Im Ladenlokal gegenüber gaben sich in den 2000er-Jahren Shops für die Szene im Monatstakt die Klinke in die Hand. Vor ein paar Jahren versuchte es als letztes mir bekanntes Exemplar das Obscure, Schwarze Mode an die Laufkundschaft zu veräußern. Aber das ist Geschichte, keiner der Läden existiert heute mehr. Heute fahren alle nach Karlsruhe zum Shoppen… oder nähen doch endlich alle selbst?
😉

Volkstanz und Mode im Wandel der Zeit

Posted in allgemein, Kultur, Musikalische Früherziehung with tags , , , , , , , , on 30. Mai 2011 by tobikult

Mein Vater ist musikbegeistert. Und er ist seit ein paar Monaten im Ruhestand. Endlich hat er Zeit, seine umfassende Vinyl-Sammlung auf seiner alten Telefunken-Anlage rauf und runter zu hören. Dabei sortiert er neuerdings auch seine alten Zeitschriften aus und fragt stets höflich bei mir an, ob er diesen Teil des Erbes jetzt schon vernichten dürfe, oder ob ich interessiert daran sei.

Mit dem jüngsten Stapel Magazinen kam auch eine ganz frühe Ausgabe des, na sagen wir mal, EMP-Katalogs zu mir:

Schon die Everly Brothers verstanden sich darauf, mit ihrer Musik visuelle Stilelemente zu koppeln. Den jungen Menschen von New York bis Bochum bot sich damit eine Orientierung angesagter Mode- und Tanzstile. Wäre da nur nicht der böse, weil sich ständig änderende, Zeitgeist. Bereits nach wenigen Jahren wirken die Klamotten und Tänze so bescheuert, dass es immer wieder zum Bruch ganzer Generationen kommen muss (ich erinnere nur an den Ententanz von 1981).
Aber seht selbst:

Die frühen 60er. Nicht nur die Brillenmode war für die folgende Generation unannehmbar.

Die 80er. Du meine Güte! Nur die Bewegungen verraten uns, dass Madonna kein Grufti war.

Die Gegenwart. Ein Schaufenster in eine mir unbekannte Welt. Aber ein schönes Auto haben sie mitgebracht.

Gothic Friday im Mai – Do Goth Yourself

Posted in allgemein with tags , , , , , , on 21. Mai 2011 by tobikult

Dieser Gothic Friday lockt unseren Gestaltungswillen. Stimmt es, dass der wahre Grufti all das Schwarz um sich herum selbst bastelt? Wie erklärt sich dann der Erfolg von Xtrax, Caleidolex und Co?
Ich habe lange überlegt, bei welcher DIYS-Aktivität ich mich in der letzten Zeit so richtig ausgetobt habe. Da sind mir unsere Möbel eingefallen. In Sachen Einrichtung sind wir mal eine gepflegte Seniorenresidenz mal ein Obdachlosenheim.

Analog zur Volksweisheit „Wer mit Holz arbeitet, kann kein schlechter Mensch sein“, finde ich Gefallen daran, alte Möbel zu suchen und wieder hübsch und, wer hätte es geahnt, dunkler zu machen. Ich finde die Schmuckstücke gerne auf dem Sperrmüll, scheue aber auch nicht eine Versteigerung bei ebay.

Die wichtigsten Werkzeuge sind, neben Schmirgelpapier, Lasuren und Pinsel diese beiden treuen Gefährten:

Hier stelle ich einige meiner letzen Projekte vor:

Ein frühes Opfer. An der Straße im Regen stehend entdeckt. Vor dem Sperrmüll gerettet. Auf diesem alten Schweizer-Armee-Spind waren so viele Lackschichten drauf, dass wir sogar mit einem Elektrohobel gearbeitet haben. Bald bekommt das gute Stücke eine weitere Lasur mit meiner Lieblingsfarbe: Nussbaum-DUNKEL.

Ich war von der schlichten Form des oben gezeigten Spinds angetan und habe ein weiteres Exemplar bei ebay für 40 EUR ersteigert. Der Spind war mit leberwustgrünen Lack zugekleistert, auf der Rückseite zudem eindeutig als Wehrmachts-Eigentum gekennzeichnet. Ich kann mich noch erinnern, dass ich Schmirgelpapier im Wert von weiteren 40 EUR verbraucht habe, um ihn zu befreien. Heute dient er uns als Hausbar. Seine böse Vergangenheit sieht ihm keiner mehr an und ich bin froh, dass wir ihn vor Devotionalienjägern retten konnten.

Unser heutiger Aktenschrank war einmal eine Aufbewahrung für Arbeitskleidung in einer Werkstatt des Frankfurter Güterbahnhofs. Auch eine ebay-Eroberung. Dieses Möbel war so schwer beschädigt, dass ich am Deckel eine ganze Seite neu anbringen musste. Nussbaum-dunkel tröstet bei kleinen Ungenauigkeiten das Auge.

Dann ist mir vor ein paar Jahren eine Truhe zugelaufen, die dringen eine liebevolle Zuwendung braucht, um in ein neues Leben überführt zu werden. Da wir sie bereits an ihren zugedachten Platz gehieft haben, wird sie auch schon als Stauraum und als Sitzgelegenheit genutzt. Mein Antrieb, ihrem Verfall aktiv entgegenzutreten, ist derzeit gering. Nichts hält länger als ein Provisorium.


Eine weitere Bastelwut lebe ich beim Designen und Produzieren von Buttons aus. Da aber Orphi bereits mit dem ultimativen Aktions-Button diese gruftitypische Beschäftigung vorgestellt hat, hier nur zur Ergänzung mein Maschinentyp, mit dem ich ganz zufrieden bin: