Archiv für Mannheim

Gruftie goes Museum

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , on 31. Oktober 2011 by tobikult

Im Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim wird mit „Schädelkult“ derzeit eine Ausstellung gezeigt, die wie geschaffen ist für die Schwarze Szene. Außerhalb von Gebeinhäusern dürfte eine so hohe Dichte an Schädeln kaum zu finden sein. Aus allen Teilen der Erde wurden Exemplare zusammengeführt und das Thema Tod und Totenkult rund um das menschliche Haupt ansprechend aufbereitet. Von Schrumpfköpfen (und der Anleitung, wie diese optimal gelingen) über Skalps bis hin zu malträtierten Exemplaren des Voodoozaubers ist alles dabei.

Der Gruftie-Anteil der Museumsbesucher ist für diese Ausstellung sichtbar hoch. Da wundert es nicht, dass die Kuratoren am Ende der Reise um die Welt der Totenköpfe eine eigene Vitrine über diesen Teil der Zielgruppe bereitet hat. Der Schädel und die Schwarze Szene: Was für ein schönes Thema!

Bedauerlicherweise wurde jedoch nur der Plastikteil der Szene ausgstellt und XtraX, quasi der Kik unter den Gothicshops, als Referenz herangezogen. Was für eine vertane Chance!

Pünktlich zum „Dia de los Muertos“ empfehle ich Euch dennoch einen Besuch dieser Ausstellung. Die anderen Exponate sind absolut sehenswert.

So stellt sich das im Begleitband dar: XtraX-Selbstdarstellung neben einem Liedtext von Goethes Erben.

😕

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Lokalhelden

Posted in allgemein, Kultur with tags , , , , , , , , , , , , , , , , on 6. Mai 2011 by tobikult

„Der Klügere legt nach.“ Wolle in Lokalhelden

Lokalhelden

Heute habe ich eine Lesung im Cafga im Jungbusch in Mannheim besucht. Jörg Harlan Rohleder, derzeit stellv. Chefredakteur des Musikexpress, hat aus seinem Debut-Roman Lokalhelden vorgelesen. Den Fragen des – bis auf die Kleinstkinder auf den Armen – gleichaltrigen Publikums stellte er sich darüber hinaus gerne.

Die Reflexionsfähigkeit der Generation Golf ist schon des öfteren unter Beweis gestellt worden. Was sollten wir auch besseres zu tun haben, als in den Rückspiegel zu schauen? Die vorangegangene Kohorte, die „No Future“ noch als Gag proklamierte und ansonsten sich das Recht der lebenslangen Spaßgesellschaft einräumte, hat uns unlösbare ökologische und soziale Probleme und Konfliktfelder hinterlassen.

Da genießen wir geradezu den Blick zurück in die frühen 90er. So banal und trostlos die 90er auch gewesen sein mögen, für uns waren sie inspirierend und durchaus abwechslungsreich. Mithilfe dieser Erfahrungen versuchen wir nichts weniger als die Gegenwart zu ertragen und die Zukunft zu gestalten. Auch davon weiß der Autor zu berichten.

Jörg Harlan Rohleder hat uns einen weiteren Augenzeugenbericht über eine Welt aus Disko, Drogen und Depression vorgelegt, und wer das Müsli in Stuttgart und die Störung in Winnenden damals besucht hat oder gar die Aral-Tanke in Leinfelden-Echterdingen zur Grundversorgung nutzte, wird sich in seinen Zeilen schnell wiederfinden. Für alle anderen ist es kurzweilige Popliteratur.

Aus Dank für die Finanzierung dieses Romans durch den Gummibärchensaft-Hersteller Red Bull trinkt der Autor nur noch
Wodka-Red Bull in der Öffentlichkeit. Ich hätte da lieber einen Deal mit einem Wodka-Hersteller abgeschlossen.
😉

„Valium. Es schaltet das Licht aus, wenn Du von der Bühne willst, aber nicht kannst.“ Wolle in Lokalhelden

Caffè e Latte vom Café Sammo Mannheim

Posted in Essen und Trinken with tags , , on 17. Oktober 2009 by tobikult

Immer wieder nehme ich mir vor, hier einmal das Frühstücksangebot zu testen. Leider hat es bisher immer nur zum Caffè e Latte to go gereicht. Auf dem Weg zu Theke bereits beneide ich die Gäste, die einen Platz ergattert haben und diesen herrlichen Kaffeeduft in einem der tiefen Ledersessel genießen können. Im Café Sammo in B1,4 scheint es immer voll zu sein und an der Theke herrscht große Beschäftigkeit. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich der Chef selbst das Zubereiten der diversen Kaffeespezialitäten zur persönlichen Herzensangelegenheit gemacht hat. Da wird mit Fingerspitzengefühl die Milch geschäumt, die Bohnen gemahlen und das Mischungsverhältnis tropfengenau ausbalanciert.

Das alles braucht Zeit. Das Warten lohnt sich, sind die Kaffeevarianten, die ich bisher hier verkostet habe, allesamt meine Referenz für perfekten Kaffeegenuss. Zum Glück bin ich gegen die Versuchungen der Gebäckauslage stets immun. Gefährdete Geschöpfe riskieren hier die Bestellung in der Wartezeit ungewollt um ein paar Donuts oder Muffins zu erweitern. Der Caffè e Latte in xxl (0,4l) ist gegen € 2,70 eintauschbar und jeden Cent wert.

Envita Bio Restaurant Mannheim

Posted in Essen und Trinken with tags , , , , on 17. Oktober 2009 by tobikult

Auf diese Mittagspause habe ich mich schon seit Monaten gefreut. Ich verbringe den Tag in der Quadratisch-Praktisch-Gut-Stadt und zum Mittagessen gibt es Kürbissuppe mit Chili und Ingwer im Envita Bio Restaurant. Diese herbstliche Köstlichkeit ist im Stadthaus N1 für mich eine Institution. Fruchtig und mit feiner, differenzierter Schärfe sowie einem ordentlichen Spritzer Kürbisöl, überzeugt diese Suppe immer wieder aufs Neue.

Die Portion zu € 3,99 ist üppig, die aufgestreuten Kräuter frisch und das Biobrot gibt’s zum Tunken und Teller auswischen gratis dazu. Für diese Suppe kann es draußen gar nicht nasskalt genug sein. Erst wenn es Hunde und Katzen regnet und Blätter und Dreck durch die Straßen geweht werden, ist die Zeit, dieses heiße Suppe auszulöffeln.

Die Ausstattung des Restaurants entspricht meiner Vorstellung einer modernen Mensa. Für eine Stärkung zur Mittagszeit aber ausreichend bequem.

Dinner for One

Posted in allgemein with tags , , , , on 18. September 2009 by tobikult

image1683977462.jpgAbendessen über den Wolken und vor der Glotze (es wurde Kill Bill 1 gegeben). Trotz Alkohol-Flatrate-Angebot des Partyveranstalters kommt nicht so recht Stimmung unter den Gästen auf. Diese blauen Hemden zu dunkelgrauen Anzügen sind die totalen Spassbremsen. Die Animateurin gibt alles und reicht jetzt schon Kurze. Der Pilot will die Partymeile Berlin-Mannheim in 1:05 Stunden wieder verlassen, da müssten wir schon mal ein bisschen Einsatz zeigen. Ich kündige Uma Thurman die Freundschaft und lege Musik auf. Erst als ich zu Rosenstolz mitsinge „ich wollte schneller als die Zeit sein, aus Angst, die Nähe zu verlieeeern“, schaut der Mittfünfziger nebenan kurz von seiner Financial Times auf und blickt, als hätte ich „Bombe!!!“ gerufen.
Um die Situation aufzulockern kommt die Gute-Laune-Dame nochmal rum und haut Schnaps und Nüsse raus.

Ich will sie unterstützen und spiele Iron Maiden an, wippe mit dem Kopf und hoffe auf Verbündete – vergebens. Nach dem Flug erfahre ich, dass die halbe Festgesellschaft auf dem Heimweg vom Anästhesistenkongress war. Das entschuldigt natürlich einiges.