Archiv für München

Kraftwerk in München

Posted in allgemein, Musikalische Früherziehung with tags , , , , , on 23. Oktober 2011 by tobikult

Noch bis zum 13. November wird im Lenbachhaus in München die 3D-Installation der Band Kraftwerk gezeigt. 65 Minuten dauert die Vorführung und entführt einen augenblicklich in die Welt dieser Ausnahmekünstler. Zusammen mit dem 3D-Begleitbuch und dem vorangegangenen Konzert bildet diese Installation eine Werkschau, die Augen und Ohren unter Strom setzt.

Hier habe ich für Euch einen Eindruck in Bewegtbildern zusammengestellt:

 

 

Der Mensch isst ein Gewohnheitstier

Posted in Essen und Trinken with tags , , , , , on 9. November 2009 by tobikult

Verflixt und zugenäht! Heute bin ich gleich zweimal ins Park-Café gegangen. Ich bin schon kurz davor, nach München zu ziehen. Alles so schön schwarz-bunt hier. Die Käsespätzle sind auch besser als im Braustübl in Heidelberg. Meine Loyalität zur Kurpfalz gerät erneut ins Wanken.
Wenn ich jetzt noch zum Bayern-München-Fan werde, lass ich mich einweisen.

Der Gurkenkönig zu Gast in München

Posted in Kultur with tags , , on 8. November 2009 by tobikult

Der österreichische Künstler Erwin Wurm besucht mit seiner Kunst München und hat die Gurke zum Hingucker gemacht. Neben „Selbstportrait als Gurke“ gefällt mir von seinen Skulpturen „Stressbeule“ und „Fat Car“ am besten.

Kunst und Widerstand

Posted in Kultur with tags , , , , , , on 8. November 2009 by tobikult

Im Münchener Haus der Kunst läuft aktuell eine Ausstellung von Ai Weiwei mit dem Titel „so sorry“. Weiwei wurde nicht zuletzt durch seine Beiträge zur letzten Documenta bekannt. Auch nach München hat er seine Fensterläden mitgebracht, die 1001 Chinesen begleiten ihn dieses Mal alerdings nur als Fototapete. Dafür waren eine Reihe von Exponaten in seinem Gepäck, die nicht nur unglaublich spannende Persepktiven boten, sondern auch als „schön“ und „ästhetisch“ durchgehen. Das ist für die Vertreter der Ready-made Kunstrichtung nicht selbstverständlich. Begleitet wird die Ausstellung von einem Mitmach-Blog.

Die mitgebrachten Fensterläden, dieses Mal gleich als umgefallener Turm:

Nachbau der Unterkunft für die 1001 Chinesen, die mit zur Documenta 12 durften.

Mit seinem Heimatland liegt Weiwei in Sachen Politik und Bürgerrechte überkreuz. Sein Münchenauftenthalt sollte nicht nur seine durch die chinesische Polizei ruinierte Gesundheit wieder herstellen, Weiwei will in den ausgestellten Werken auch seine Frustration über die aufkommende Gleichgültigkeit in der Welt hinsichtlich des Unrechtssystems der kommunistischen Regierung verdeutlichen.

Der Titel der Münchner Ausstellung „so sorry“ bezieht sich auf die politischen Verbrechen und Versäumnisse der Ordnungsmacht seines Heimatlandes China, in dem das Regime permanent ablehnt, sich mal ernsthaft bei den Betroffenen zu entschuldigen. Aber da kann man bei allen Politikern warten, bis man schwarz wird. „So sorry“ kommt auch uns zu leicht über die Lippen und hat in Weiwei’s Beobachtung weltweit das „fuck off“ in der gepflegten Konversation ersetzt.

Die Zukunft ist da!

Posted in allgemein with tags , , , , , , on 24. Juli 2009 by tobikult

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In München beginnt heute die Zukunft der Moderne mit einem Symposium mit und zu Ehren von Risikogesellschaft-Beck und seinen Freunden. Bezeichnenderweise wird für dieses Treffen der Giganten, die nicht müde werden ständig neue Definitionen und Deutungen für Cosmopolitisches und Modernes zu ersinnen, mit einem gelben Wohnwagen geworben. Das Guido-Mobil stand aber wohl unbeabsichtigter Weise Pate, werden in den Vorträgen durchweg den neoliberalen Ideen die Leviten gelesen. Start der Reise mit der mobilen Hütte scheint eine Industriebrache zu sein und bei mir kommen schon romantische Urlaubsgedanken auf.

Um sich nicht auf eine gemeinsame Zukunft verständigen zu müssen (der französiche Problemsoziologe Bruno Latour streitet um eine endliche für den Markt, Richard Sennett erklärt eine exklusive für Arbeitslose, Yunxiang Yan eine sonnig-individualistische für Chinesen, in der Phase der gesellschaftlichen Pubertät), haben die Veranstalter „Futures“ getitelt. Da wird’s für die durch die deutsche Sprache geprägten Kulturen schon schwierig zu folgen.

Haben wir doch gerade erst die Einheit neu erfunden, die Leitkultur von der Gleichmacherei unterschieden und Einigkeit als erstes Wort der Nationalhymne zu schätzen gelernt, müssen wir und nun an soetwas wie „Zukunfts“ oder „Zukünfte“ herantasten. Leicht wird das sicher nicht, und damit meine ich nicht den Neologismus, der uns für dieses Phänomen ins Haus steht.

Nur Zygmunt Bauman, leider nur durch eine verlesene Ansprache anwesend, sieht eine gemeinsame Zukunft und bietet uns eine Transformation von der „Risikogesellschaft“ hin zu einer „Unsicherheitsglobalschaft“ an.

Da halte ich es doch mit der weisen Pippi Langstrumpf:
„Wir machen ins die Welt, wie sie uns gefällt.“

Mobile Blogging from here.

Augustiner Großgaststätten München

Posted in Essen und Trinken with tags on 9. Juli 2009 by tobikult

Diese bayrische Volksküche mitten im Herzen der Innenstadt Münchens bot uns für einem Abend Schutz vor dem 28. Sommerplatzregen des Jahres und einen Hort, um unseren Appetit zu stillen. Gemeinsam essen in Turnhallen und großzeltigen Notunterkünften hat in Bayern eine lange Tradition und nur für Zugereiste wirken diese Stätten voller Schweiss-, Bier- und Bratengeruch ungewohnt. Es dünkt einen wie die folkloristische Inszenierung der bayrischen Interpretation des real erlebbaren Sozialismus: Der Bankdirektor und der verarmte Beinahe-Angestellte sitzen zusammen an einer langen Tafel, auf harten Holzstühlen und Bänken und genießen die gleichen fettigen Zubereitungen der Großküche. Im Sekundentakt werden die Bierkrüge durch die Reihen an die Tische geschleppt und es wird laut gelacht und gerufen.

Wir haben uns am Krustenbraten mit Kartoffelkloß (draußen wurde auf großen Kreidetafeln immerhin mit „Heute Schlachtfest“ geworben) sowie eine Portion Pfifferlinge, durchsetzt mit allem, was die Küche nicht mehr braucht (ein Eintellergericht Namens „Almteller“ mit Spätzle, Frikadellen, Maultaschen, Röstzwiebeln, Käsesahnesoße und eben Pfifferlingen). Dazu gönnten wir uns ein halbes Helles für 3,60 EUR und ein Pils 0,3l für schlappe 3,55 EUR.

Die Getränke kamen nach einer Minute, das Essen nach vier. Damit unterbietet die Augustiner-Großgaststätte locker jeden Mc Donalds-Servier-Rekord. Fehlt nur der Drive-In. Die Speisen waren geschmacklich ok, reichlich und gemeinsam mit dem Teller microwellenwarm.

Park Café München

Posted in Essen und Trinken with tags on 8. Juli 2009 by tobikult
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Im alten Botanischen Garten liegt ein Biergarten, der so durchgehübscht ist, dass man beim Eintritt selbstkritisch überprüft, ob wenigstens die Schuhe geputzt sind und der Rest der Gaderobe vielleicht als „lässig“ durchgehen könnten. Draußen idyllisch, im Innenbereich mit Stuckdecken, Lüster und Loungemobiliar versehen, ist der Service erstklassig und das Essen köstlich. Wir hatten das Rinderlendensteak an hausgemachter Kräuterbutter und den „elsässischen“ Flammkuchen vegetarisch, dazu zwei halbe Helle zu je 3,80 EUR.

 

Ich gehe hier immer wieder mit Freude essen und amüsiere mich über die Perlhühner mit ihren Stöckelschuhen und den Glitzerkleidchen, die 24/7 auf der Jagd nach einem reichen Jüngling sind. Es kommen aus dem Stande des Geldadels aber nur die jungen und alten Alten, die ihren zweiten Frühling herbeisehnen. So ist das in diesem Milieu, Nachfrage und Angebot gehen deutlich auseinander.

Besonders gerne beobachte ich die Dreier-Kombination „alter reicher Sack“ ist mit jungem motivierten Prekärmitarbeiter („bitte teure Anzüge tragen aber Gehalt gibt’s nur auf Provisionsbasis“) da, in Begleitung einer jungen Blondine, die jetzt aber wirklich bald mal ein gutsituiertes Männchen bei den Eltern und der Clique vorführen muss. Der Jüngling würde gerne ein Abendteuer mit ihr wagen und hätte auf den ersten Blick auch Chancen, der alte reiche Sack aber rechnet sich idiotischer Weise auch Chancen aus und bootet seinen Rivalen dadurch aus, dass er nicht müde wird zu betonen, dass der junge Kerl sich seine Kohle erst noch ergaunern muss, die Zeiten dafür aber gerade nicht so gut sind (und auch erst besser werden, wenn der alte reiche Sack von der Bühne abtritt). Das oberflächliche und trotz Alkoholkonsum zumeist gequälte Gelächter, das über diese Sitzgruppe wabert, ist der sichere Vorbote, dass dieses Trio einen im Ausgang weiteren frustrierten und einsamen Abend erleben wird.