Archiv für Nachhaltigkeit

Wer schneller lebt, ist früher fertig

Posted in allgemein, Essen und Trinken with tags , , , , on 23. Juli 2012 by tobikult

Unser Bio-Supermarkt um die Ecke wird mir immer suspekter. Bisher dachte ich, Nachhaltigkeit hätte etwas mit einem langen Atem zu tun, würde sogar über die eigene Lebensspanne hinaus reichen können.

Denkste!

Nachhaltigkeit dauert genau 30 Tage und war im Juni diesen Jahres!

😯

Wieder was gelernt und blöderweise voll verpasst.

😦

Wer auch noch glaubt, Bio hätte etwas mit ökologischer Verantwortung zu tun, der muss nur genauer hinsehen und das Kleingedruckte lesen (wie so oft im Leben). Hier das Etikett unseres letzten Kartoffel-Einkaufs:

Bio-Kartoffeln aus Ägypten?

twisted 😈twisted

Aber dafür von Demeter! Ihr wisst schon, das sind die, die mit sphärischen Gesängen nur bei bestimmten Mondphasen die Erdäpfel von Hand aus dem Boden massieren.

Hauptsache, uns schmeckt es und wir haben ein reines Gewissen. Und das sogar nachhaltig.

Das Obama-Prinzip

Posted in allgemein with tags , , , , on 10. Dezember 2009 by tobikult

Heute bekommt die personifizierte Hoffnung der Welt seine Auszeichnung. Der Friedensnobelpreis wird bekanntlich  seit 1901 an diejenigen verliehen, die „am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ haben (Quelle: Wikipedia).
Da wäre mir auch kein anderer Kandidat eingefallen als der aktuelle amerikanische Präsident. Wenn der Erfinder des Dynamits das miterleben könnte, er würde die eine oder andere Stange mit brennender Lunte spendieren. Auch beim Dynamit hofft man in Anbetracht der glimmenden Zündschnur auf den erlösenden Knall.

Das Hoffen auf Erlösung, das Gute oder auch nur auf bescheidenen Erfolg, hat sich zum globalen Prinzip der öffentlichen Belobigung gemausert. Da wird nicht nur vorab Barack Hussein Obama ausgezeichnet. Auch die selbstbezeichnete Leistungselite belohnt sich regelmäßig für wirtschaftliche Ergebnisse, die sich in ferner Zukunft noch ergeben sollen und begackert publikumswirksam jedes gelegte Ei.

Ähnlich verhält es sich beizeiten mit der Förderung und Auszeichnung von Wissenschaftlern. Die medizinische Forschung einzelner Koryphäen wird z.B. mit aberwitzigen Summen ermöglicht und die Forscher teilen der Welt unumwunden mit, dass frühstens in dreißig Jahren festzustellen sei, ob die neue Therapieform einen Vorteil gegenüber altebekannten Verfahren leisten wird. Applaudiert und ausgezeichnet wird aber bereits jetzt schon.

Fragen der Nachhaltigkeit, des aufgewendeten Mutes und individuellen Einsatzes scheinen keine Prüfkriterien für Preisverleihungen mehr zu sein. Wir sollten konsequenterweise die goldenen Uhren bereits im ersten Berufspraktikum verteilen (dann kommen die Burschen vielleicht mal pünktlich!) und die Tapferkeitsmedaillen für Überlebende des Wehr- und Zivildienstes ausloben. Vorschläge zur Angleichung weiterer Auszeichnungen an das Obama-Prinzip werden, vorab dankend, entgegengenommen.