Archiv für Reisen

Kommt Zeit kommt Rat kommt Attentat

Posted in allgemein with tags , , , , on 3. Dezember 2010 by tobikult

Die Katzenklobasis intellektueller ZEITgenossen glaubt: „Reisen bildet!“. Das widerlegt das Wochenblatt jedoch selbstständig in der aktuellen Beilage „ZEIT-Reisen“:

Eine Reise, die ist lustig,…

Posted in allgemein, Mobiles Kulturgut, strich acht with tags , , , on 15. Mai 2010 by tobikult

…wenn man keinen Stau hat!

A45 und A46 von Siegen bis Iserlohn, und Herr Schubert läuft wie ein junger Gott.

Dinner for One

Posted in allgemein with tags , , , , on 18. September 2009 by tobikult

image1683977462.jpgAbendessen über den Wolken und vor der Glotze (es wurde Kill Bill 1 gegeben). Trotz Alkohol-Flatrate-Angebot des Partyveranstalters kommt nicht so recht Stimmung unter den Gästen auf. Diese blauen Hemden zu dunkelgrauen Anzügen sind die totalen Spassbremsen. Die Animateurin gibt alles und reicht jetzt schon Kurze. Der Pilot will die Partymeile Berlin-Mannheim in 1:05 Stunden wieder verlassen, da müssten wir schon mal ein bisschen Einsatz zeigen. Ich kündige Uma Thurman die Freundschaft und lege Musik auf. Erst als ich zu Rosenstolz mitsinge „ich wollte schneller als die Zeit sein, aus Angst, die Nähe zu verlieeeern“, schaut der Mittfünfziger nebenan kurz von seiner Financial Times auf und blickt, als hätte ich „Bombe!!!“ gerufen.
Um die Situation aufzulockern kommt die Gute-Laune-Dame nochmal rum und haut Schnaps und Nüsse raus.

Ich will sie unterstützen und spiele Iron Maiden an, wippe mit dem Kopf und hoffe auf Verbündete – vergebens. Nach dem Flug erfahre ich, dass die halbe Festgesellschaft auf dem Heimweg vom Anästhesistenkongress war. Das entschuldigt natürlich einiges.

Surferträume am Bodensee

Posted in allgemein, Essen und Trinken with tags , , on 15. September 2009 by tobikult

Das Hotel Viva Paradise Island in Konstanz-Litzelstetten lädt seine Gäste ein, in Themenzimmern ihre Nachtruhe zu finden. Das Zufallsprinzip bei der Buchung bescherte mir ein Zimmer, ich tippe mal, zum Thema „Peterchens Mondfahrt“. Mein Zimmer befindet sich im blauen Flügel und die Innenarchitekten haben es mal so richtig krachen lassen: Dunkelblauglitzernder Badboden und passendes Waschbecken korrespondieren mit den unzähligen großen und kleinen blauen Sternen, die auf die Wände im Schlafraum gepinselt wurden. Auf dem Schreibtisch wohnt ein Sternenhimmelglobus und mein Zimmer hört auf den Namen Stella. Ansonsten ist die Einrichtung nüchtern, aber wertig. Soweit das Auge es beurteilen kann ist alles sauber und geordnet. Blöderweise ist der Ort Konstanz-Litzelstetten gar nicht in Konstanz, sondern sechs Kilometer vom Stadtkern entfernt. Hier findet man also Ruhe und Ruhe, wahlweise auch kombiniert mit Ruhe.

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Ein kleiner Fußmarsch von 10 min. genügt, schon steht man am Bodensee. Hier hat man die Möglichkeit die Insel Mainau aus der Distanz zu betrachten, ebenso liegt das Kloster Birnau in guter Feldstecherentfernung. _DSC5738-web

Kein touristisches Highlight biedert sich dem Erholungsbedürftigen an, und der Bodensee hat zu Beginn des Herbstes sein moderig-fauliges Geruchsgewand übergeworfen. Dieser Mief wird im Ferienort Litzelstetten flächendeckend durch die Kanalisation geleitet und steht somit auch in den Hotelzimmern zur Verfügung. Naturnahe Erholung ist hier nicht nur eine Worthülse, sondern wird ganzheitlich umgesetzt.

Das Abendessen in der Klischeedeko Hawaii-Surfer-Bar des Hotels fällt eher bescheiden aus. Das Restaurant lockt mit Gerichten vom Grill. Die Köche lassen sich durch eine Glasscheibe auf die Finger gucken und beeindrucken mit gelegentlichen Flammenspektakeln am Grillgerät. Mein Rumpsteak war recht kompakt geraten, fest im Biss mit einem rosaroten Kern. Die Bedienung wollte erst gar nicht wissen, wie ich meine gelegentliche Portion tierisches Eiweis zu genießen gedenke, so konnte aus ihrer Sicht wohl auch nichts schief gehen. Mir fehlte aber vor allem der Grillgeschmack. Zum Runterspülen wurde ein Lokalbier namens Meckatzer gereicht, weiches, leicht süßliches Mädchenbier vom Faß für €2,40 für das mit 0,3l gefüllte Glas. (Rumpsteak-Grill €13, die Fritten gingen extra für €3. Für ein 3.700-Seelen-Dorf im Grenzgebiet schon recht ordentliche Gebühren).

Die Nachtruhe wurde eingeleitet durch eine beinahe erfolgreich verdrängte Kindheitserinnerung: In meinem Startrek-Zimmer strahlte mir, kaum hatte ich das Licht ausgeschaltet, ein phosphorgelber Sternenhimmel von der Zimmerdecke entgegen. Ich schwankte innerlich zwischen Erheiterung und Fassungslosigkeit, dann schlief ich ein.

Taverne Schlosserstub Strasbourg

Posted in Essen und Trinken with tags , , on 21. August 2009 by tobikult

image1447775347.jpgIn der Rue de La Division Leclerc haben wir das erste Einheimischen-Lokal auf unserem Weg vom Münster nach Petite France gefunden. Bezeichnenderweise gibt es hier keinen Flammkuchen sondern Zitronenhuhn und Gemüselasagne. Alles ist mit Ché Plakat und Regenbogenflagge so betont alternativ gehalten, dass sich keiner aus der Reisebusfraktion auch nur traut, hier das WC zu besuchen. Da die Stadt diesen Sommer deutlich zu voll ist und alles an Touristennepp auffährt, was bei mir Fluchtinstinkte weckt (schlechte Strassenmusik, lebende Statuen und maximalpigmentierte junge Männer, die erlesene Lederwaren verchecken), ist die Schlosserstub ein willkommener Rückzugsort.

Heiraten auf der Streetparade in Zürich

Posted in allgemein, strich acht with tags , , , , on 8. August 2009 by tobikult

Freunde von uns haben sich in Zürich getraut und Herr Schubert durfte die Kutsche sein. An diesem Wochenende fegte auch die Streetparade durch die Stadt und das ist mit Abstand das schrägste Rahmenprogramm, was man sich für die eigene Hochzeit geben kann. Da wir direkt an der Limmat im Zunfthaus „Zum Rüden“ gefeiert haben, waren wir mitten im Geschehen. Wem hier die Vorstellungskraft fehlt, Impressionen der Streetparade z.B. hier: http://streetparade.pixelmix.net/

Herr Schubert im festlichen Aufzug:

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Die Westside kocht, das Eastend feiert

Posted in Kultur with tags , , , on 5. August 2009 by tobikult

image2092724747.jpgDie Stadt ist voll. Nix geht mehr in London-City und dazu ist es heute sowas von drückend schwülwarm, dass die Körpergerüche mit den Abgasen um die Wette müffeln.
Alle 40 Sekunden fliegt ein weiteres Flugzeug über unsere Köpfe und bringt neue Menschenladungen in diesen Hexenkessel. Nur abzureisen scheint keiner.

Zum Glück gibt es auch rund um Leicester Square ein paar alte Pubs, die den Futter- und Klamottenketten Paroli bieten und mir so das Warten auf meine beiden Begleiterinnen erleichtern (die Mädels sind zum Sabbern in Hamlet mit Jude Law gegangen). Im Pub namens The Porcupine an der Ecke Great New Port Street und Charing Cross Road gibt es für mich eine Flasche Magners Orginal Cider 568 ml. Ich habe mir das diesen Nachmittag bei den Einheimischen abgeschaut: Flasche kaufen, Glas bis oben mit Eiswürfeln füllen lassen, schattiges Plätzchen suchen und langsam aber sicher zur Ruhe kommen. Feine Sache. Langsam füllen sich die Straßen mit den Angestellten, die zum Feierabend genauso abschalten wollen. Die englische Afterwork Party findet traditionell auf dem Bürgersteig, aber immer in Sichtweite eines Zapfhahns statt.

Am Abend sind wir erneut in der Brick Lane gelandet. In den Hallen und Innenhöfen der alten Truman Brewery hat sich ein eigenwilliges Viertel gebildet, das mit Streetart und unterhaltsamer Vergemeinschaftung aufwartet. Hier treffen Banksy und Rankin aufeinander, junge Maler, Fotografen und wandelnde selbsternannte Gesamtkunstwerke trinken griechisches Bier namens Mythos am Bordstein oder innen in tiefen Sofalandschaften. Es gibt Leseecken, Musikinstrumente, Räume für die Präsentation der eigenen Werke. Burger, Pizza und exotisches Gebäck verzehrt man gemeinsam mit vielen anderen an großen schweren Holztischen. WG-Gefühl erlaubt, nur geduscht wird daheim.