Archiv für Wacken

Jahrgangsmusik oder alles eine Soße?

Posted in Musikalische Früherziehung with tags , , , , , , , on 12. Januar 2014 by tobikult

Als 1994 die Fanta4 ihr Projekt Megavier ans Licht der Öffentlichkeit brachten, konnte ich mich nicht des Eindrucks verwehren, dass der dort präsentierte Musikstil den Jungs deutlich mehr zusagte, als die braven chart-kompatiblen Klänge ihrer eigentlichen Combo. Mit „Genug Ist Genug Ist Genug“ und anderen Songs hätten sie jedenfalls ohne Probleme als Vorgruppe von Rammstein auftreten können, die es ja auch erst seit 1994 unter diesem Namen gibt.
megavier
Ebenso gab es das Metal-Projekt von Phillip Boa and the Voodooclub mit dem innovativen Namen Voodoocult. Auch hier wird das Jahr 1994 als Geburtsdatum genannt.
voodoocult

Und, dürfen wir hoffen, dass 20 Jahre später wieder ein experimentierfreudiger Musikjahrgang an unsere Ohren kommt? Ich drücke uns die Daumen. Vorgestern hat jedenfalls die alte Quängelbacke Jan Delay einen Song veröffentlicht, der Hoffnung weckt, dass erneut Wanderbewegungen in der Kunstwelt zu erwarten sind.

PS: Und komm mir jetzt keiner mit der ollen Heino-Platte vom letzen Jahr!

Advertisements

Die Schwarze Brut

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , , , , on 15. August 2011 by tobikult

Die ersten beiden Wochen mit unserem Sohn sind wie im Flug vergangen und Familie, Freunde und Bekannte haben uns auf ganz unterschiedliche Weise gezeigt, dass sie sich mit uns freuen.
Eine Menge Geschenke und Grüße hat unser Kind bekommen. Komisch, irgendwie glauben fast alle, ein gruftiger Lebensstil sei vererbbar!

:mrgreen:

Hier die bisher schwärzesten Willkommensgeschenke im Überblick:


Das Schwarze Schaf heißt gemäß Herstellerangaben „Luzie“.

Ein Mitbringsel vom diesjährigen W:O:A.

Quasi der Herrenrock für Gothic-Babies.

BabyGothKnits: Die mit Abstand gruftigste Alternative zu Dawanda.

Der Schlafanzug für die ersten wilden Nächte.

Vielen lieben Dank an alle, die unser Kind so freundlich willkommen heißen. Auch an die, die etwas nicht-schwarzes geschenkt haben.
Wir werden uns alle Mühe geben, ihm unseren Lebensstil näher zu bringen.

picture my day 6

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , on 13. August 2011 by tobikult

 

Vorfreude ist die schönste Freude

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , on 20. April 2011 by tobikult

Dieses Jahr wollen wir es noch einmal wissen! Mit bewährten Mitgliedern des Wacken-Teams aus 2008 und einiger frischer Verstärkung wurde eine erneute Reise zum größten Heavy Metal Festival des Universums vereinbart, die Karten geordert und das Fassungsvermögen für Flüssigstoffe der Fahrzeuge berechnet. Jedes vorab konsumierte Pils wurde als Teil sorgfältiger Vorbereitungen für diese außergewöhnlichen Tage gewertet, und es wurde immer wieder hervorgehoben, dass wir es uns dieses eine Mal noch einmal „so richtig geben“ wollten.

Und jetzt das! Alle fahren hin, nur ich habe meine Karte diese Woche schweren Herzens abgegeben! Welchen Grund, fragt ihr jetzt zu recht, kann es überhaupt geben, Ozzy Ozbourne, Knorkator, Judas Priest und Co. einseitig ein Wiedersehen aufzukündigen? Genau, da gibt es nur einen einzigen:
Ich werde (aller Voraussicht nach) Vater!
biggrin

Das geht soweit in Ordnung, meine Freundin hat auch nichts dagegen. Aber meine Kumpel glauben jetzt natürlich, ich hätte im Biounterricht gepennt und/oder wäre so doof gewesen, nicht alle meine Aktivitäten sorgfältig auf die Wacken-Woche Anfang August abzustimmen. Ich gebe zu, eine gewisse zeitliche Nähe zum W:O:A habe ich in Kauf genommen. Über das Komplott der Frauenärzteschaft gegen Arbeitgeber und Metalheads war ich allerdings nicht informiert. So berechnen diese Kurpfuscher den Geburtsttermin nicht anhand des Zeugungsdatums, sondern möglichst geschickt zur komfortablen Verlängerung des Mutterschutzes!
eek

Und dadurch wird aus einem auf Ende August geplanten Nachwuchs ein terminlicher Streubombeneinsatz rund um die paar Tage Wacken. Fehlen nur noch die erschütterten Blicke von Ärztin, Familie und Freundin-Freundinnen mit der rhetorisch ausgelegten Frage „Der Vater wird doch wohl nicht am offiziellen Geburtstermin auf dieser Drecksauparty sein?“ und schon sucht man sich als treusorgender Erzeuger einen Abnehmer für die Eintrittskarte…  Ich muss unbedingt herausfinden, bei wem ich mal richtig Theater machen kann, wenn ich unnötigerweise daheim geblieben sein sollte!
😈

Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass man verraten und verkauft ist, sobald man ein Kind in diese Welt setzt, und so werde ich Euch mit weiteren bemerkenswerten Wirrungen und Irrungen diesbezüglich hier auf dem Laufenden halten. Versprochen.
:mrgreen:

werturteilsfrei.de-tour 2010

Posted in allgemein, Essen und Trinken, Mobiles Kulturgut, strich acht with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 24. August 2010 by tobikult

Die diesjährige werturteilsfrei.de-tour hat uns (parasita und tobikult) quer durch Osteuropa bis nach Istanbul geführt. Mit unserem 39 Jahre alten Mercedes-Benz 200/8 sind wir 5300 km gefahren, haben 9 Länder bereist und 610 Liter Kraftstoff unterschiedlicher Güte vernichtet. Der Roadtrip wurde für uns zu einer erlebnisreichen Reise, die uns eine Menge gelehrt hat. Über unsere Lernfortschritte haben wir regelmäßig Buch geführt und teilen unsere neuen Erkenntisse gerne mit Euch.

In den nächsten Tagen folgen dann noch die beiden Bilddokumentationen „Schöne Bilder“ und „Schlimme Bilder“ .

Nun aber erst einmal Bildungsfernsehen:

Was haben wir gelernt?

  • Wiener sind freundlicher als ihr Ruf, trinken gern Averna zum Bier. Man kann dort mit dem Auto bis zum Grab fahren (nicht nur beim letzten Mal).

    Auf dem Weg zu Falcos Grab.

    Auf dem Weg zu Falcos Grab.

  • Ungarn(er) sehen aus wie Russen, haben ein Faible für sportive Freizeitkleidung aus Ballonseide amerikanischer Marken.
  • Der ungarische Mann muß wohl ein Kunststück können, da er trotz seines Äußeren das blonde Regionalmodel (mit Gürtel und High Heels) seine Begleitung nennen kann.
  • Der Rumäne sieht dem Ungarn recht ähnlich, ist aber zu seiner Wohlgenährtheit auch noch sonnengebräunt.
    Das regionale Schönheitsideal.

    Das regionale Schönheitsideal.

  • Wie es unsere holländische Wirtin auf dem rumänischen Campingplatz auf den Punkt brachte, sind die Rumänen durchweg liebenswerte Menschen – „gibt man ihnen aber ein Auto, wechseln sie ihren Charakter“. Dem eigenen Ego scheint es unerträglich, dass noch jemand vor ihm fährt. Todesmutige, aber aus rumänischer Sicht unausweichliche Überholmanöver sind die Folge. Absurde Ausmaße dieses Überholdranges zeigen sich im Falle eines Staus: Ist die Gegenfahrbahn frei, drängen etliche Fahrzeuge auf die linke Spur, ohne Chance auf Wiedereingliederung in den stehenden Verkehr.

    Wenn Verkehr sich unerwartet entwickelt...

Ein Teil der Reisegruppe hat gelernt: Camping ist Scheiße. Der zweite Teil sucht noch Gründe. Gründe vom ersten Teil der Reisegruppe zum Thema „Camping ist Scheiße“:

  • Wir teilen mit 60 Fremden die Dusche.

    Bulgarische "Nasszelle".

  • Wir konkurrieren mit den Pferden und Kühen um die gefräßigsten Insekten. (Randnotiz: Jede Spezies scheint die Weltherrschaft anzustreben. Wir sehen ein, die Insekten haben längst gewonnen.)
  • Das kulinarische Repertoire ist ob nur einer Herdplatte eingeschränkt.
  • Die Nachbarn ziehen auch noch nach 22 Uhr ein und die Wohnungswände bestehen lediglich aus zwei Tuchbahnen.
  • Um 22 Uhr geht das Licht aus und jede Verlängerung der lichten Wachzeit kollidiert mit Punkt 2 dieser Liste.
  • Das ist nicht mein Bett und erst recht nicht mein Kopfkissen!
  • Zeltplätze sind immer außerhalb!

Teil 2 der Reisegruppe hat das wohl in der Vorbereitung des Roadtrip missverstanden und fragt sich, warum wir 500 EUR für ein großes Zelt, High-End-Luftmatratzen, Kissen, Kocher etc. ausgegeben haben. Es folgen nun die Gründe für Camping:

  • Das Essen ist ob der einen Herdplatte einfach, aber man weiß wenigstens was drin ist.
  • Den Blick auf den wunderschönen Sternenhimmel gibt’s nur, wenn man durchs Freie aufs Klo muß.
  • Camping schafft erst Okkassionen  für bewunderungswürdige Heldentaten („ICH habe Feuer gemacht!“)
  • Hunde, Frösche, Grillen usw. gehören halt dazu. Is Natur, Mensch!

Fortsetzung unserer allg. „Was haben wir gelernt?„-Liste:

  • Ungarinnen und Rumäninnen haben gute Erbanlagen (oder machen High Heels so schlank?) und geben ständig damit an.
  • Wer in Kronstadt „two Gott, please“ sagt, bekommt zwei Bier.

    Gott ist ein Getränk!

    Gott ist ein Getränk!

  • In Rumänien gibt es mehr Profil-Straßenhunde als freilaufende.
  • Rumänischer Diesel verbrennt wie Schweröl.
  • Dacia ist kein Auto, sondern ein Zustand.

    Renn-Dacia, als Renault getarnt.

    Der treue Begleiter, auch in Zukunft.

  • In Rumänien gibt es mehr Hunde als Autos. Tendenz fallend.

    Kühe, Pferde, Esel, Hunde, Katzen...

  • Holländer sind die Könige unter den Campern. Auch als Zeltplatzbetreiber.
  • Eforie-Nord: Slum-Holidays. Die grillen dort ganze Katzen. Wacken war ein Kindergeburtstag dagegen.
  • Auch für Bulgaren gilt: Plautze rulez!

    Bauchfrei, jetzt auch für ganze Kerle!

  • Der in Bulgarien traditionelle Schnaps vorm Essen ist unnötig. Man braucht ihn während des gesamten Essens.

    Der bulgarische "Hirtenteller".

  • In Bulgarien ist Rauchen und Händchenhalten im Aufzug verboten.

    Klare Anweisungen für korrektes Verhalten.

  • Die bulgarischen Straßen sind im Norden besser als ihr Ruf, im Süden nicht.

    Die Betonbrücken sahen gefährlicher aus.

    Ernstzunehmende Warnung.

  • Der ADAC hat nicht immer Recht. Zumindest nicht in Südosteuropa.
  • Camping hat nichts mit Zelten zu tun.
  • Die Bulgaren halten 50 CENT  für Heavy Metal.

    Metal ist, was gefällt.

  • An rand-europäischen Grenzübergänzen dreht man immer eine Extrarunde. („Sie brauchen noch einen Stempel. Den bekommen Sie da hinten.“)
  • Je höher der Stellenwert der Religion im Leben eines Mannes, desto länger sein Bart.
  • Das Reisen ist nicht so gefährlich wie das Auswärtige Amt sagt, aber auch nicht so harmlos wie der ADAC meint.
  • Die Autobahnen in der Türkei sind total leer. Kein Wunder, die fahren alle in der Stadt rum.
  • Brot backen können nur die Deutschen.
  • Wenn Galata Saray spielt und der Muezzin ruft, bleiben die Kneipen voll und die Moschee leer.
  • Istanbuler sind Katzenmenschen. Die Hunde sehen aus wie Sau, aber die Katzen kriegen überall Futter.

    Istanbul, das Katzenparadies.

  • Asien ist auch ganz hübsch.
  • Die Türken erzählen sich schlimme Dinge über die Bulgaren.
  • Sie haben recht. Vor allem im Bezug auf das gestreckte Benzin und die Schandtaten der Polizei.
  • Heimreisen ist eine Kunst, die es zu erlernen gilt.
  • Mit der Aufnahme Bulgariens in die EU sind wir in diesem Verbund um eine Facette eines Willkürstaats „reicher“.
  • Herr Schubert (w115) hat in der Türkei keine Brüder und Schwestern mehr, auch kaum Cousins und Cousinen (w123).

    Ein seltener Anblick in Südosteuropa.

  • Was auch immer die serbischen Grenzer bei uns suchten, als sie den Wagen auseinander nahmen, sie haben es nicht gefunden.
  • Serbiens Autoput ist hinsichtlich des Straßenbelags besser als sein Ruf.
  • Slowenien hat die besten und schönsten Autobahnen in Europa.
  • Slowenien ist Klein-Österreich, nur dass die Sprache anders ist.
  • Ein „Auto-Yoga-Handbuch“ wäre ein guter Reisebegleiter gewesen.

Auch das noch!

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , , , on 23. März 2010 by tobikult

Der heutige Tag hat schon so manche „unglaubliche“ Nachrichtenmeldung geboten:

Zuerst hat Herr Kachelmann seinen Zug verpasst und wohnt jetzt unfreiwillig zur Zwischenmiete in der Metropolregion Rhein-Neckar. Er muß sich vor Gericht erklären, ob seine neuste Aktionskunst religiös motiviert ist. Wenn ja, muss die Klägerin darauf hingewiessen werden, dass sie 30 Jahre zu früh Klage eingereicht hat.

Dann legte sich ein dunkler Schatten über meine Lieblingswintersportart. Der erste Dopingfall in der Geschichte der Paralympics wurde aufgedeckt. Im CURLING!??! Ich hätte nicht gedacht, dass das überhaupt möglich ist.

Aber unser Vorzeige-Spacken Bushido hat den Vogel für heute abgschossen. Konkurrenzlos ist die Nachricht, dass dieser schlecht rasierte Hopper bei Metal- und Gothic-Bands geklaut hat. Es befremdet zunächst, dass ihm irgendjemand tatsächlich Musik zum Anhören untergejubelt hat. Seiner vermuteten Intelligenz geschuldet ist wohl der nun richterlich bestätigte Umstand, dass er diese Musik einfach gemopst hat und sie durch sein Gesabbel dreist schändete.

Was für ein Nachrichtentag!

„Zeiten ändern sich“ und „Alles wird gut“ hatte sich der selbsternannte König-Bushido eventuell anders gedacht oder denken lassen.

...und ich hätte nie gedacht, dass ich diese Website mal besuchen würde...

Meine Sorge gilt nun der Fangemeinde des Herrn Bushido. Es besteht die Gefahr, dass einige Mützchen durch das Verkaufsverbot in die Notlage versetzt werden, auf Orginalmusik zurückgreifen zu müssen. Auch der Festivalsommer scheint für führungslose Bushidojünger gefährdet und Übertritte oder Abwanderungsbewegungen zu Metal- und Gothicveranstaltungen wären mögliche Folgen. Wir stellen uns mal eben kurz Wacken und das WGT unter Beteiligung von Hopperbuxen vor…

Die Volkshochschulen müssen unbedingt Sprech- und Lauflernseminare für Aussteiger anbieten, sonst geht die Resozialisation in andere Szenen in die zu große Hose! Lasst uns mit denen bitte bitte nicht allein! Die Kappen könnten in der Übergangszeit als Erkennungsmerkmal erst einmal aufbleiben (die gibt es ja auch in schwarz). So können qualifizierte Gothic- und Metal-Integrationsbeauftragte sich um diese verwirrten Seelen kümmern. Ihr meint, ich übertreibe?

Das wird kein Kaffeeklatsch!

Die Kids, die weiterhin, gequirltes Diebesgut an ihre Ohren lassen wollen, grüße ich mit den Refrainzeilen von Rotersand, deren Bedeutung für mich im metaphorischen Sinn erst seit heute funktioniert (sozusagen das „Alles wird gut“ auf gotisch).

Erinnerungen an den Sommer

Posted in allgemein with tags , , , , on 30. November 2009 by tobikult

Heute ist es gar nicht erst hell geworden. Der Herbst macht ernst und es fällt schwer, das Haus freiwillig zu verlassen. Da ist es eine gute Gelegenheit, sich warme Gedanken zu machen und die Erinnerungen an den Sommer lebendig werden zu lassen.

Für viele Menschen ist der Sommer fest mit dem Campingurlaub verknüpft. Hier also mein Beitrag für eure Sommergefühle Ende November:

Merksatz:
Camping ist, wenn man seine eigene Verwahrlosung als Erholung empfindet.