Archiv für Zensur

Nachtrag

Posted in allgemein with tags , , , , on 4. Oktober 2010 by tobikult

Unangemessen? Die haben ja einen ganz eigenen Humor!

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Kuckucksei

Posted in Kuckucksei with tags , , , , , , , , , on 7. Juli 2010 by tobikult

Es gibt sie noch, die Menschen ohne eigenen Blog. Treue Seelen, die sich dem Lesevergnügen widmen und so den Profilneurotikern, Klugscheißern und Tratschtanten eine Bühne bieten. Was wären wir nur ohne Euch?

Hin und wieder stolperm diese feinen Menschen über Dinge im Netz, die den Impuls auslösen, der viele zum bloggen geführt hat: „Das müssen die anderen auch sehen, lesen, mitbekommen“.

Mit der Rubrik Kuckucksei eröffne ich Euch bloglosen Wesen die Möglichkeit, diese Fundstücke, Hirngespinste und Lebensbeichten hier einem wohlwollenden Publikum zugänglich zu machen. Wenn ihr den Eindruck habt, im thematischen Rahmen vom werturteilsfrei-blog einen Beitrag leisten zu müssen, sendet mir einfach eine entsprechende Nachricht. Fällt die Zensur postiv aus, erscheint hier Euer Post.

Den Anfang macht die treue Leserin NarrenkönigsTochter. Sie macht sich um die deutsche Sprache und unsere Intelligenz Sorgen. Es ehrt mich, dass sie meinen Blog als Plattform wählt, bin ich mir meiner schlampigen Schreibe durchaus bewußt.

Hier ihr besorgniserregendes Fundstück:

Bitte nicht klicken!

Bitte nicht klicken!

Ü30 Wochenende

Posted in Kultur, Mobiles Kulturgut with tags , , , , , , , , , , , on 1. März 2010 by tobikult

Am Samstag spielten Depeche Mode das letzte Konzert ihrer „Tour of the Universe“. Das haben wir uns nicht entgehen lassen, weckten den Altbenz aus dem Winterschlaf und reisten nach Düsseldorf. Das Konzert in der LTU-Arena (NIEMAND nennt das Ding ESPRIT-Arena) wurde mit einem kleinen Musikbeitrag der legendären Band Nitzer Ebb eröffnet und wir nahmen unsere Plätze ein, wie es auf der Karte vermerkt war: „Vor der Bühne“.

Die alten EBMler können auch nach über 30 Jahren im Musikgeschäft nicht singen und Instrumente spielen, aber Musik machen sie trotzdem. Und was für welche! Dieses eindeutige Bekenntnis von Depeche Mode zum EBM hat mich natürlich sehr gefreut, hatte ich bei manchen neueren Liedern doch Sorge, die madonnereske Anbiederung an „die letzte große Jugendkultur“ Hip Hop (behauptet immerhin Klaus Farin), würde auch vor dieser großen Band nicht Halt machen. Aber wir sind zwar zum Pogen zu alt aber eben doch zu jung zum Sterben!

c (hier der Videobeitrag aus London, D-Dorf liegt noch nocht vor).

So starteten die gestandenen Männer von der Insel mit einer ordentlichen Portion Vorschusslorbeeren. Die brauchte es auch, spielten sie natürlich erst ihren neueren Krempel runter. Mit „Wrong“ gibt es aber ein kompatibles und bühnentaugliches Stück aus der Gegenwart. Damit zog die Stimmung des gewohnt textsicheren Publikums an und es wurde ein Meilenstein der alternativen Musikgeschichte nach dem anderen abgefeiert. Der unter Druck geratene Videobeitrag von „Strange Love“ wurde einfach inklusive dem Song ausgelassen. Das war jetzt das zweite Konzert in Folge, wo irgendeine Zensur mitgemischt hat. Frechheit! ABER: Hier nochmal für alle Weicheier, Fremd- und Nichtbelichteten: Kunst findet immer ihren Weg. Kunst kommt ja nicht von Können sondern von Müssen!   Leider ist diese Video mit einer Zugangsbeschränkung versehen. Liebe Sittenwächter, wir sind die Generation, die nach Falcon Crest mit FA-Duschbad-Werbung großgeworden sind! Zwischendurch bestand für das Konzert noch die Gefahr, dass die Ü30-Party vor der Bühne zum Kindergeburtstag mutiert wäre, es wurden bei „Policy of Truth“ hunderte von Luftballons dem Publikum zum Spielen angeboten. Das Animationsprogramm wurde nach dem einen Lied dankenswerter Weise wieder eingestellt.

Mir hat das Lied „Photographic“ am Besten gefallen. Dieses lupenreine 80er Stück wurde hervorragend auf die heutigen Bedürfnisse alternernder Waver abgestimmt und hat die Arena genauso gerockt wie das Armgewedel bei „Never Let Me Down Again„. Für mich ist es in viellerlei Hinsicht eine fast schon vergessene Hymne, die das Zeug hat, meine nächsten Jahre musikalsich zu untermalen.

Leider gab es nur eine Zugabe, das kann ich ja gar nicht leiden!

Nach dem Konzert fing das Wochenende an, anspruchsvoll zu werden. Der Altbenz hatte mit 38 Jahren plötzlich Hitze und Inkontinenz. Er läßt sich anscheinend in diesem Alter lieber fahren, als das selbst zu bewerkstelligen.

So sparte er sich die Heimreise durch das Sonntags-Sturmtief Xynthia, mit gesperrten Autobahnen und tieffliegenden Gehölzen.

Wir sind Badman

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , , , , , , , , on 22. Januar 2010 by tobikult

Seit einem Jahr haben wir keinen Fernseher mehr. Wer jetzt glaubt, wir lebten hinter dem Mond, der irrt. Natürlich informieren wir uns über das Weltgeschehen und den einen oder anderen Sack Reis, der in China ungeheuerliche Dinge tut. Das Internet bietet hier eine Reihe von Angeboten, die auch den täglichen Nachrichtenkonsum in bewegten Bildern sicherstellen. Der Vorteil liegt für uns auf der Hand: Die Nachrichten laufen dann, wenn wir wollen. Seit einem Jahr haben wir keine Fernsehwerbung mehr konsumieren müssen. Es entstehen bereits echte Wissenslücken. In einigen Gesprächen kam man auf einen Mitarbeiter bei 1&1 zu sprechen, der sich uns bisher nicht vorgestellt hat, ansonsten aber bei allen Bundesbürgern bekannt zu sein scheint.

Gestern kam ich ob der Tagesdosis Nachrichten hinsichtlich meines Konsumverhaltens  ins Grübeln.  Mir wurden nur Geschichten angeboten, die ich bei genauerer Betrachtung gar nicht wissen will.

Ich kann damit nur schlecht umgehen, wenn mir erzählt wird, dass es in unserem Staat möglich ist, 210 Milliarden Euro in eine Bad Bank zu stecken und so zu tun, als wäre das verantwortliches wirtschaftliches Handeln. Das einzige Problem, das wohl bei der Hypo Real Estate durch dieses Vorgehen gelöst wird ist, dass ab dem nächsten Jahr die Bilanz wieder Gewinne aufweist und damit Bonuszahlungen gerechtfertigt werden. Normalerweise habe ich kein Gespür für Geldsummen jenseits der Millionengrenze. Doch in dieser Nachrichtensendung wurde mir eine Hilfestellung zuteil: 210 Milliarden Euro sind in etwa das, was der Bund in einem Jahr von seinen Bürgern kassiert. Das ist mir zu konkret. Ich hätte es gerne bei solchen wahnwitzigen Aktionen, wenn man sie schon nicht ohne großes Presse-Tamtam bewerkstelligen kann, bitteschön etwas abstrakter. Sonst wird noch der soziale Frieden wach und macht sich aus dem Staub. Vor allem, wenn man darüber informiert wird, dass die Geburtenrate weiter zurückgeht. Das heißt, mehr Schulden pro Schädel. Das sieht nicht gut aus für Badman und seine Bank! Ich befürchte, diese Bad Bank hat eine deutlich längere Laufzeit als alle unsere Atomkraftwerke. Erfolgreiche Konzepte sollten immer auch an die nächsten Generationen weitergegeben werden.

Ich finde diese offene Kommunikation der Meinungsverbreiter unverantwortlich und spreche mich für eine umfassende Selbstzensur aus. Bitte keine Geschichten mehr von den Herren Schreiber, Schäuble, Strauß und Stoiber oder anderen alliterarischen Männergruppen. Schluß mit Politpossen um Rösler und die Pharmafirmen, Westerwelle und Mövenpick oder Wulff und die Business-Class.

Man könnte die in Verruf geratenen Karlsbader Beschlüsse überarbeiten. Neben der Zensur der Presse fanden sich dort die Exekutionsordnung und das Universitätsgesetz mit dem Verbot der Burschenschaften,  der Schließung der Turnplätze und die Entlassung liberal und national gesinnter Professoren, die ihre Einstellung ihren Schülern vermittelten. Klingt streckenweise ganz brauchbar.

„Zensur spiegelt das mangelnde Vertrauen einer Gesellschaft in sich selbst wider“ sagte vor einer halben Ewigkeit Potter Stewart. Ich traue uns schon lange nicht mehr über den Weg. Als die Ackermann-Bande skandierte „Vertrauen ist der Anfang von von allem“ hätte wir rufen müssen: „Misstrauen* ist der Anfang von Eurem Ende„. Jetzt ist es wohl zu spät.

*Misstrauen ist die Vermutung, dass ein beliebiges System (z. B. eine andere Person, eine Organisation, ein Gegenstand, eine Information) nicht die Funktion erfüllt, die zu erfüllen suggeriert wird oder wünschenswert wäre. Misstrauen wird umgangssprachlich meist als das Gegenteil von Vertrauen angesehen. Es hat jedoch mit Vertrauen viele gemeinsame Eigenschaften und wurde von Niklas Luhmann als „funktionales Äquivalent“ bezeichnet, da es – wie auch Vertrauen – ebenfalls Komplexität reduziert. (Quelle: Wikipedia)