Archiv für WGT

Amphi-Festival 2013

Posted in allgemein, Musikalische Früherziehung with tags , , , , , , , , , on 24. Juli 2013 by tobikult

Mein soziales Umfeld hat mir gehörig die Ohren vollgeheult, dass ich keinen Post zum diesjährigen WGT geschrieben habe. Spätestens nach dem Amphi-Festival ist es dafür jedoch zu spät und so reiche ich meine Hand zur Versöhnung, indem ich hier meinen bebilderten Rückblick auf das schwarzbunte Treiben am Tanzbrunnen zu Köln präsentiere.

Das 9. Amphi-Festival war eine gelungene Musikveranstaltung, die den für Grufties zwingend gebotenen Komfort vorweisen konnte:

Catwalk.

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amphi-catwalk3Beach-Club.

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Shoppingmall.

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Medienrummel.amphi-medien2

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Ideologische Provokationen.

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Und natürlich ein betörendes Bühnenprogramm.

Wir sind ja schließlich wegen der Musik hier.

:mrgreen:

amphi-buehne

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Auch bei einem so ausgereiften Festival ist noch Luft nach oben und so gab es dieses Jahr auf dem Amphi-Festival  einige Steigerungen zu den Vorjahren zu beobachten.

Es war voller.

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Es war heißer.

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Das Essen war schlechter denn je.

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Es war oktoberfestlicher.

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Viel oktoberfestlicher.

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Die Fachjury war noch schwerer zu begeistern.

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Das Altersspektrum wurde deutlich erweitert.

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Meine Gesamtbeurteilung
des Amphi-Festivals 2013:

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Wo geht’s hier bitte zum Tellerrand?

Posted in Musikalische Früherziehung with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 12. Januar 2013 by tobikult

Ich habe einige Freunde, die deutlich jünger sind als ich. Sie sind auch sonst keine Grufties. Sie hören „Deep Tech“, „Electro-House-Dubstep“ und „Minimal“ und ihr WGT heißt SMS. Sie posten youtube-Videos auf facebook und da ich neugierig bin, höre mir die Clips an. Einige Werke beurteile ich als Stromverschwendung. Manchmal bleibe ich auf Liedern hängen und finde Gefallen an den Klängen und Melodien. Ohne diese Vorschläge auf facebook wüßte ich nicht wer Paul Kalbrenner ist oder dass Crystal Castle was mit Robert Smith gezaubert haben.

Das ist mir unheimlich, würde ich doch mit meinem Blut unterschreiben, dass ich in einer House-Dupstep-Disko zu Staub zerfallen werde. Nicht meine Welt, nicht mein Geschmack und erst recht nicht mein Lebensgefühl!

Soweit die Lebenslüge. Hier die Realität: Ich habe vor einer Woche das Lied (?) „Water and Wine“ von Aleah als Private Edit/Remix von Stefan Biniak gehört und derart daran Gefallen gefunden, dass ich es letzte Woche täglich gehört habe.

So düster die Stimmung, der Text, die Stimme. Aber wie sollte das sein können? Ich kann das doch nicht mögen! Mir müssen doch die Ohren bluten!

😯

Kurz vor der Vollendung einer handfesten Identitätskrise bin ich der Sache auf den Grund gegangen.

Ich kann mit großer Erleichterung heute sagen: ich höre Gruftimusik sogar durch inse-inse bumm-bumm-bumm durch!
:mrgreen:

Aleah macht in ihrem eigentlichen künstlerischen Schaffen wunderbar gruftige Musik! Entweder alleine oder zusammen mit Andy Cousin von All About Eve/The Mission. Das nennen die dann That Wich Remains. Auch meine Metaller-Freunde können Musik mit ihrer Stimme genießen, dann als Sängerin bei Trees Of Eternity.

Hier das Original von „Water and Wine“, das ich gerne auch mal auf dem WGT hören würde:

Ach ja, 2009 hat ASP beim SMS aufgespielt…

Wir lernen heute: Der Tellerrand ist nicht das Ende der Mahlzeit!

Wave Gotik Treffen 2012

Posted in allgemein with tags , , , , , , , on 22. Juli 2012 by tobikult

So, jetzt sollte aber auch die letzte Kalkleiste und der überzeugteste Misantroph wieder auf dem harten Boden der Tatsachen angekommen sein. Das Wave Gotik Treffen 2012 ist längst verblasste Geschichte. Das ist gut so, denn vorher wollte ich auf keinen Fall Öl ins Feuer der Emotionen rund um das diesjährige WGT schütten.

Und was haben wir uns alle getroffen! Sogar Waver und Gotiker waren dieses Jahr zugegen. In den meisten Medien wurde das WGT ja als „Familientreffen der Schwarzen Szene“ tituliert und in diesem Jahr ist uns das tatsächlich gelungen! Und wie es sich für ein ausgiebiges Aufeinandertreffen von Familienmitgliedern gehört, wird ordentlich gelästert, geschleimt und auf dicke Hose gemacht.

Kurz bevor das Amphi-Festival eure Erinnungen an das einzig wahre Familientreffen in Leipzig überlagert, hier das fotografische Simplicol-Nachfärbe-Schwarz für Eure Gedankenwelt:

Oberstes Gebot für Familientreffen: Nur nicht anmerken lassen, für wie bekloppt Du den Rest der Mischpoke hältst.

Oma und Opa taten wieder die ganze Zeit so, als wäre es für sie das letzte Mal, das sie lebend dabei wären…

…was nicht alle Familienmitglieder unkommentiert lassen konnten.

Kaum wiederzuerkennen: die Knicklicht-Sippe farblos und am Boden.     Aber anscheinend immer noch ansteckend.

Er fagt sich bis heute, warum alle sofort erkennen, dass er nur „angeheiratet“ ist.

An jeder Ecke wird stolz der eigene Nachwuchs genährt…

…ertüchtigt…

…und an wichtige Kulturtechniken herangeführt.

Der Sippe den neuen Lebensabschnittsgefährten vorstellen?
Ein Abenteuer…

…ein Eklat…

…oder das Todesurteil.

Nachdem der Sonntagabend etwas aus dem Ruder gelaufen ist…

…haben den Termin fürs Familienfoto am Montag nur noch ein paar unverwüstliche Frohnaturen wahrgenommen.

Angeblich war der Meeresfrüchtesalat dran schuld.

Manche wollten aber auch nur mal wieder richtig ausschlafen.

Auch beim schwarzen Familientreffen gilt: Stilvoll heimreisen ist eine Kunst.

Gothic Friday im Oktober

Posted in allgemein with tags , , , , , , on 21. Oktober 2011 by tobikult

In diesem Monat haben Shan Dark und Robert uns aufgefordert, ein Interview mit einem Mitmenschen zu führen, der sich der Schwarzen Szene* zughörig fühlt. Idealerweise sollten wir eine Person wählen, die im Kontext des Gothic Friday bisher nicht so sehr in Erscheinung getreten ist.

Vorgestern hatte ich einen Termin mit einem Professor aus dem Fachbereich Mathematik. Als die Tür zu meinem Büro aufging, kam ein junger Mann mit langen Haaren, Metall im Gesicht, schwarzen Klamotten und WGT-Bändchen am Arm herein.

Ja liebe Kinder, wir Grufties lauern Euch an jeder Ecke auf!

:mrgreen:

Schnell stellten wir fest, dass wir uns auf den gleichen Szeneveranstaltungen rumdrücken und uns auch am Donnerstag auf dem Mono Inc.-Konzert treffen würden. Ich entschied, Christian sei der ideale Interviewpartner für die Fragen dieses Gothic Friday. Und? Er hat sofort zugesagt, nach Einbruch der Dunkelheit für meine Fragen zur Verfügung zu stehen! Vielen Dank dafür!

Danke auch an Patrick für die Kameraführung.

* Wie auch das hier vorgestellte Exemplar zeigt, gibt es anscheinend gar keine Gothics in meiner Umgebung. Falls jemand mal einen erwischen sollte, unbedingt einfangen und intensiv wissenschaftlich untersuchen.

Sonntagsfrage

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , , on 5. Juni 2011 by tobikult

PotzBlitz! Es gibt doch einen Unterschied zwischen Gothics und Bayern-Fans! Diese beiden sonst kaum auseinander zu haltenden Randgruppen, lassen sich anhand ihrer politischen Wahlvorlieben einwandfrei unterscheiden! Hier die Ergebnisse der Sonntagsfrage
(aus dem Jahre 2009).


Quelle: NEON, Oktober 2009. 

Dann haben die Anbiederungsversuche der Partei DIE LINKE auf dem WGT 2009 ja prima funktioniert. Aber wo war der Merch-Stand der FDP?


Foto: Patrick Wenz, Mai 2009.

Eine aktuelle Diskussion über Politik, Wahlverhalten und den Versuchen politischer Einflußnahme auf die Gothic-Szene findet ihr hier bei www.spontis.de.

Die Vorbereitungen laufen

Posted in allgemein, Kultur with tags , , on 22. Mai 2011 by tobikult

Nur noch 3 Wochen durchhalten, dann reist die Regionalgruppe Kurpfalz wieder gen Osten.

Gothic Friday

Posted in allgemein with tags , , , , , , , , , , , on 20. Januar 2011 by tobikult

Eine Mitmachaktion, der ich mich einfach nicht entziehen kann. Auf www.spontis.de ist unter dem Titel „Gothic Friday“ eine Initative für Blogger aus der Gothic-Szene gestartet worden, die fast schon einen ethnographischen Sonderforschungsbereich rechtfertigen würde (dann würde sie allerdings nur halb so viel Spaß machen). Außerdem ist heute blöderweise erst Dienstag (ja, ich weiß, veröffentlicht erst am Donnerstag), dabei wäre meinem Empfinden nach bereits Freitag durchaus angemessen. Ich tue dann also mal so als ob.

Die Einstiegsfrage in dieses Projekt ist die nach dem Einstieg in die Szene, oder als Frage formuliert:

Wie bist Du in die Gothic-Szene gekommen?

Da ich ja fast schon rentenberechtigt bin, erlaube ich mir einen Blick in die Weiten meines bereits gelebten Lebens und schaue mal nach, wann es denn losging mit dem „Schwarzsein“.

Alles begann, als meine ältere Schwester die Depeche Mode LP „Black Celebration“ mit nach Hause brachte. Das war 1986 und mein Leben spielte sich überwiegend in der Schule, der Kirche und im Wald ab. Musik stand bis dahin nicht im Mittelpunkt meines Interesses. Aber diese Scheibe hat etwas gestartet, was bis heute anhält: die Begeisterung für dunkle Klänge und das damit verbundene Lebensgefühl.

Die konservativ-christliche Erziehung, die für mich ausgesucht wurde, unterband allerdings eine umfassende Exploration der entsprechenden Genre und ich suchte mir für meine kritischen Erzeuger und die kirchliche peer-group hinnehmbare Nischen. Hier rettete mir u.a. Saviour Maschine meine frühe Jugend. Dann begann ich Skateboard zu fahren und versuchte natürlich auch, entsprechend auszusehen. Meine musikalische Vorliebe für DM, The Cure, Silke Bischoff, Wolfsheim und Co ließen mich in dieser anders gelagerten Szene aber nie richtig ankommen, dabei macht die Art der Fortbewegung auf vier Plastikrollen einen Heidenspaß. Aus dieser Zeit habe ich lediglich die guten alten Airwalks als angemessenen und gothic-tauglichen Turnschuh herübergerettet.

Als ich Mitte der 90er für meinen Zivildienst mein Elternhaus und mein soziales Umfeld hinter mir ließ, begann die experimentierfreudigste Phase meiner Musikleidenschaft. Kaum ein Metalabend war in der Dorfdisko „Jump“ vor mir sicher, regelmäßig zog es mich in die Nachtschicht nach Göppingen zur Industrial-Night, nach Stuttgart ins Müsli, den Bär oder ins Universum oder wie die Schuppen alle hießen. Mit meiner damaligen Freundin erweiterten wir zeitweise den Radius bis nach Landau, um im Mesh die Mähne zu schütteln (die ich damals noch hatte). Ich erklärte ihr die Genialität von Philip Boa and the Voodooclub und sie machte mich mit Goethes Erben/Erblast, Lacrimosa und Anne Clark vertraut.

Ich oszilierte in der Wahl meiner Kleidung noch zwischen Öko und Grunge, der Anteil schwarzer Klamotten nahm jedoch sprunghaft zu und wurde nach und nach zur einzigen Farbe in meinem Kleiderschrank.

Das Studium erleichterte die Metamorphose zum 24/7-Schwarzen mit Anspruch an schlichten Schick, scheint die Dichte der Szenegänger und der inspirierenden Modelle in meinen Fachrichtungen nicht gerade gering zu sein. Der Freundeskreis hatte sich nach und nach geändert, und es fanden sich immer mehr freundliche Wesen, die einen dunkel-ästhetischen Anspruch an die wichtigen Lebensbereiche stellten.


Was ich lange unterschätzt hatte, war die glücklich machende Wirkung von Festivals. Diese Häufung von „normalen Menschen“, wie sie jedes Jahr zum Wave Gotik Treffen nach Leipzig kommen, genieße ich erst seit 2006. Seitdem ist Pfingsten aber reserviert für diese Tage, an denen ich meinen inneren schwarzen Akku auflade, um den plastikbunten Alltag ertragen zu können. Eine zusätzliche Auffrischung gönne ich mir im Sommer stets auf dem Amphi-Festival in Köln.


Die Diskobesuche sind im letzten Jahr wieder seltener geworden. Hier mal Schwarzes Schwimmbad oder Endzeitwelten, da mal Schwarzes Karlsruhe oder Superschwarzes Mannheim. Mir ist es umso wichtiger, was mir unter der Woche an meine Ohren kommt. Radio ertrage ich kaum noch, dafür pflege ich meine Playlists zu allen Lebenslagen intensiv.

Früher konnte ich nie beantworten, woran man denn merkt, dass man ein Gothic sei. Die Farbe Schwarz und die „typischen“ Musikvorlieben greifen mir zu kurz. Gothic ist für mich nur zu einem Teil Szeneleben. Vielmehr ist es ein ästhetisches Empfinden, ein Lebensstil. Egal ob bei der Wahl des Automobils, der Wohnungseinrichtung, der Literatur oder des Bildschirmschoners. Gothic hat sich überall breit gemacht in meinem Leben, und ich kann das immer noch sehr gut leiden. Meine Lieblingsfrage lautet: „Gibt’s das auch in schwarz?“.